Deere Aktie: Analysten sehen Kursziel jenseits 800 Dollar
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Landmaschinenbranche steckt seit drei Jahren in einem Abwärtszyklus. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass der Boden erreicht ist — und Evercore ISI zieht daraus eine drastische Konsequenz für Deere.
Analyst David Raso hob sein Kursziel für die Aktie von 632 auf 813 Dollar an und stufte den Titel gleichzeitig auf "Outperform" hoch. Die Aktie reagierte prompt mit einem Kurssprung von 3,3 Prozent. Auch Baird zog nach der jüngsten Quartalsvorlage nach und votiert nun ebenfalls für "Outperform".
Warum der Optimismus zurückkehrt
Der Umschwung speist sich aus mehreren Faktoren. Die US-Flotte an Hochleistungs-Landmaschinen ist nach den Jahren der Zurückhaltung deutlich gealtert und geschrumpft, die Lagerbestände im Vertriebsnetz sind abgebaut. Hinzu kommen steigende Getreidepreise: Der Maispreis liegt aktuell bei rund 5 Dollar je Bushel, während die Gewinnschwelle für Pachtland in den hohen 4-Dollar-Bereich und für Eigenland bei 3,60 Dollar liegt. Sollten die Preise auf 6 bis 7 Dollar klettern, dürfte das die Investitionsbereitschaft der Farmer weiter anheizen.
Raso rechnet für 2027 mit einem Gewinn je Aktie von 26,50 Dollar, für 2028 mit 33,05 Dollar — Schätzungen, die kaum Rückenwind aus dem schwachen Brasilien- und Europageschäft einpreisen. Nach historischen Mustern stünde Deere damit erst am Anfang der typischen Kursgewinne zwischen Zyklustief und -hoch.
Operative Stärke bestätigt den Trend
Die jüngsten Quartalszahlen lieferten bereits Bestätigung: Die Margen im Agrarmaschinengeschäft übertrafen die Erwartungen. Parallel treibt Deere den Ausbau seiner Präzisionslandwirtschaft-Plattform voran — mit einem KI-Assistenten im Operations Center und der zweiten Generation von "See & Spray", die inzwischen auf 4,5 Millionen Acres im Einsatz ist und zusätzliche Kulturen sowie Fungizid-Anwendungen abdeckt.
Auch politisch rückt der Konzern ins Blickfeld: Deere zählte zu den vier Industriekonzernen, deren Chefs beim G20-Finanzministertreffen in Asheville über den Produktivitätsgewinn durch künstliche Intelligenz in Fertigung und Lieferketten sprachen.
Die Aktie handelt aktuell mit dem 20- bis 21-Fachen der für 2028 erwarteten Gewinne. Ob sich der Zyklus tatsächlich so kräftig erholt wie von Evercore ISI unterstellt, dürfte sich an den US-Ersatzkäufen im kommenden Jahr zeigen — laut den Schätzungen könnten sie erstmals seit Jahren wieder das Niveau der Ersatzbedarfsnachfrage erreichen.
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