DAX: Zins- und KI-Sorgen lassen nach
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deNachlassende Zins- und KI-Sorgen haben den DAX am Freitag gestützt. US-Notenbankchef Kevin Warsh signalisierte in einer Rede keine konkrete geldpolitische Straffung, wie dpa-AFX berichtete. Zusammen mit der Erholung der Technologiewerte erleichterte das den Wochenausklang. Eine Entwarnung bei Energiepreisen und Lieferketten war damit allerdings nicht verbunden.
Weniger Zinsdruck unterstützt den Markt
Der DAX schloss am Freitag mit einem Plus von 0,9% bei 25.622,61 Punkten. Der Anstieg spiegelte die Entlastung bei den zuvor belastenden Zinsbefürchtungen wider. Entscheidend war dabei das Ausbleiben eines konkreten Straffungssignals – nicht die Ankündigung einer geldpolitischen Lockerung.
Wie empfindlich die Stimmung gegenüber der US-Geldpolitik bleibt, hatte sich am Mittwoch gezeigt. Die amerikanischen Verbraucherpreise waren im September um 3,7 Prozent gestiegen. Die überraschend hohe Inflation schürte laut den damaligen Marktberichten Zinserhöhungssorgen und bremste die anfänglichen Gewinne des deutschen Leitindex.
Der Gegensatz zwischen beiden Handelstagen erklärt die jüngste Erholung: Zunächst rückte eine mögliche Verschärfung der Geldpolitik in den Vordergrund. Zum Wochenschluss verlor diese Befürchtung wieder an Gewicht. Die Inflationsmeldung selbst wurde dadurch jedoch nicht hinfällig.
Technologiewerte wechseln die Rolle
Auch aus dem Technologiesektor kam am Freitag Unterstützung. Die Erholung der Branche half dem DAX, nachdem der weltweite Ausverkauf von Technologiewerten am Donnerstag noch belastet hatte. Nachlassende KI-Sorgen ergänzten damit die Entspannung auf der Zinsseite.
Am Donnerstag hatte sich der deutsche Leitindex dennoch vergleichsweise gut behauptet und leicht im Plus geschlossen. Medienberichten zufolge begrenzten sein geringer Anteil an Chipwerten sowie fallende Renditen und ein sinkender Ölpreis die Belastung.
Bereits am Mittwoch hatte ASML mit einer angehobenen Prognose zeitweise Rückenwind geliefert. Die positiven Quartalsmeldungen des niederländischen Chipausrüsters stützten die Stimmung im europäischen Technologiesektor. Der Einfluss der Branche war im Wochenverlauf somit wechselhaft und nicht durchgehend positiv.
Energie bleibt ein Gegenargument
Trotz der Erholung blieben Sorgen über hohe Energiepreise und Lieferkettenrisiken im Nahen Osten bestehen. Darauf verwiesen dpa-AFX und das Handelsblatt in ihren Marktberichten zum Wochenschluss.
Für Anleger liegt darin die Grenze der jüngsten Entspannung: Weniger akute Zins- und KI-Befürchtungen unterstützten die Aktienkurse, beseitigten aber nicht sämtliche Belastungen. Die DAX-Erholung beruhte auf nachlassendem Druck bei einzelnen Risikofaktoren – nicht auf einer umfassenden Auflösung der wirtschaftlichen Unsicherheit.
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