DAX, Trendlinie

DAX: Trendlinie bremst Wochenauftakt

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tech-Sorgen und teures Öl belasten den DAX; DHL senkt sich trotz höherer Jahresprognose, Vonovia verliert nach Berliner Sondierungspapier.
Ein ruhiger, moderner Büroarbeitsplatz mit verschwommenen Monitoren im Hintergrund bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Nach einer starken Vorwoche legt der deutsche Aktienmarkt eine Verschnaufpause ein. Der DAX gibt zum Start leicht nach, behauptet aber den Ausbruch aus seinem monatelangen Korrekturtrend. Belastet wird er von Tech-Sorgen und einem hohen Ölpreis.

Technisches Bild: Ausbruch bleibt intakt

In den ersten Handelsminuten fiel der Index zunächst um 0,4 Prozent, später um 0,7 Prozent auf 25.447 Punkte. Der MDax verlor rund ein halbes Prozent. In der Vorwoche hatte sich der DAX aus dem Abwärtstrend gelöst, der seit dem Rekord von 26.618 Punkten Ende August lief. Am Freitag erreichte er die 50-Tage-Linie, schloss aber knapp darunter.

Diese Marke verläuft aktuell bei etwa 25.704 Punkten. Sie ist die nächste Hürde für die Erholung.

Tech-Schwäche und Ölpreis drücken

Für Zurückhaltung sorgt vor allem der neuerliche Kursrutsch im US-Techsektor. Der Nasdaq 100 fiel am Freitagabend auf den tiefsten Stand seit vier Wochen. Hinter der Schwäche stehen Sorgen über die Finanzierungskosten der KI-Konzerne und über ölpreisbedingte Inflation.

Aus Asien kamen gemischte Signale. Robuste Konjunkturdaten aus China stützen, doch die Anleger bleiben gegenüber KI- und Halbleiteraktien skeptisch, wie Marktexperte Andreas Lipkow von CMC Markets erklärte.

Der Ölmarkt liefert keine Entlastung. Brent notiert trotz eines Abschlags von knapp zwei Prozent noch bei rund 108 Dollar je Barrel. US-Präsident Donald Trump hat zwar Sanktionen gegen Russland vorübergehend gelockert, doch Angriffe auf Tanker im Persischen Golf halten die Unsicherheit hoch. Die Rohöltransporte aus der Region sind laut Kpler binnen einer Woche um mehr als die Hälfte eingebrochen.

JPMorgan-Stratege Mislav Matejka sieht beim Anstieg der Anleihezinsen eine Übertreibung. Stabilisieren sich die Renditen, würde das den Aktienmärkten helfen.

Einzelwerte: DHL und Vonovia unter Druck

Bei den Einzelwerten fielen zwei Titel auf. DHL hob nach einem Ergebnisanstieg im dritten Quartal die Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Die Aktie gab dennoch um gut ein Prozent nach. Ein Händler nannte den Ausblick positiv, aber keine Überraschung, zumal die Papiere zuletzt schon gut gelaufen waren.

Vonovia verlor rund drei Prozent. Berliner Linke, Grüne und SPD stellten am Wochenende ein Sondierungspapier vor, das die Vergesellschaftung von etwa 160.000 Wohnungen von fünf Konzernen vorsieht. Gegen Entschädigung wäre das in Deutschland einmalig. Die Anleger haben das Thema nun wieder stärker auf dem Schirm.

Kurzfristig dürfte die 50-Tage-Linie bei etwa 25.704 Punkten die Richtung vorgeben. Gelingt ein Schluss darüber, wäre der Ausbruch aus dem Korrekturtrend bestätigt. Fällt der Index dagegen unter die Niveaus der Vorwoche zurück, rückt der Ausbruch wieder in Frage.

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