DAX: Steigende Zinsen bremsen Kauflaune
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 05:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Erholung vom Freitag hat nicht lange gehalten. Der DAX bleibt in einem Umfeld gefangen, das Anlegern wenig Grund zur Euphorie gibt: steigende Ölpreise, anziehende Anleiherenditen und ein Fear-Greed-Index, der mit einem Wert von 37 weiterhin Ängstlichkeit signalisiert.
Auslöser der neuen Nervosität an den Anleihemärkten sind die Renditen. Zehnjährige Bundesanleihen kletterten binnen Wochenfrist von 3,50 auf 3,60 Prozent. In den USA fällt der Anstieg deutlich schärfer aus: Dort sprang die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von 4,95 auf 5,17 Prozent. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren notierten deutsche Anleihen noch im negativen Bereich — die Zeiten des billigen Geldes wirken zunehmend wie eine ferne Erinnerung.
Geopolitik treibt den Ölpreis
Hinzu kommt Unruhe aus dem Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump wies einen iranischen Vorschlag zurück, die Straße von Hormus wieder zu öffnen und den Krieg zu beenden. Die Ölpreise reagierten mit Aufschlägen, was die Stimmung an den europäischen Börsen zusätzlich belastet — trotzdem tendierten die wichtigsten Indizes am Montag leicht ins Plus.
Der DAX bewegte sich zuletzt in einer engen Spanne um die runde Marke von 25.500 Punkten. Die Bullen kämpfen dabei mit den gleitenden Durchschnitten SMA20 bei 25.500 und SMA50 bei 25.538 Punkten. Erst ein nachhaltiger Sprung über beide Marken würde den Weg in Richtung 25.924 Punkte freimachen. Bislang scheiterten mehrere Anläufe genau an dieser Hürde, die Bewegung wurde im Tagesverlauf regelmäßig wieder verkauft.
Einzelwerte mit klaren Ausschlägen
Abseits des Index sorgten einzelne Unternehmensmeldungen für Bewegung. Der Zuckerproduzent Südzucker legte nach einer angehobenen Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 um 7 Prozent zu — steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen treibt das Geschäft.
In London sorgte ein angekündigtes Förderprogramm für Erstkäufer von Wohnimmobilien für Kurssprünge bei Baufirmen wie Barratt Redrow, Taylor Wimpey und Persimmon von 13 bis 15 Prozent.
Im DAX selbst zeigte sich zuletzt ein gemischtes Bild: adidas und Siemens Healthineers gehörten zu den Gewinnern, während BASF und BMW nachgaben. Solange die Zinsdiskussion die Schlagzeilen bestimmt, dürfte der Index in seiner engen Handelsspanne verharren. Die Entscheidung fällt an den technischen Marken bei 25.500 und 25.538 Punkten — erst ein klarer Ausbruch würde neue Kursfantasie freisetzen.
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