DAX, Schwache

DAX: Schwache Jobdaten, neuer Rekord

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 03:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten beflügeln den DAX zu einem neuen Rekordhoch. Die Börse erwartet nun eine weniger restriktive Geldpolitik der Fed.

DAX erreicht neues Allzeithoch dank schwacher US-Jobdaten
Moderne Glasfassade eines Finanzgebäudes in Frankfurt vor blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ausgerechnet enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt schickten den DAX am Freitagnachmittag auf ein neues Allzeithoch. Kein Widerspruch, sondern Kalkül der Börse: Ein lahmender Stellenmarkt in den USA nimmt der Notenbank Argumente für eine straffere Geldpolitik.

Im Juli gingen in den USA außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen verloren – Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von rund 80.000 Jobs gerechnet. Hinzu kommen kräftige Abwärtsrevisionen für Mai und Juni: Zusammengenommen fehlen dort nun 103.000 Stellen gegenüber den ursprünglichen Meldungen.

Allerdings sank die Arbeitslosenquote parallel von 4,2 auf 4,1 Prozent, während die Stundenlöhne im Jahresvergleich lediglich um 3,2 Prozent zulegten. An den Zinsmärkten rutschte die Wahrscheinlichkeit für eine geldpolitische Straffung im September binnen einer Woche von 67 auf 55 Prozent.

Rekordjagd trotz durchwachsener Bilanzsaison

Getragen wurde die Kursrally schon im Tagesverlauf vor den US-Daten von der Technologiebranche: Infineon gewann 3,2 Prozent, SAP legte um 3,4 Prozent zu. Der DAX selbst kletterte um 0,9 Prozent auf 26.366 Punkte – nur einen Wimpernschlag vom bisherigen Rekord bei rund 26.404 Punkten entfernt, ehe die US-Daten am Nachmittag den endgültigen Ausbruch brachten.

Nicht alle Schwergewichte feierten mit. Daimler Truck verlor rund 3 Prozent, obwohl der Nutzfahrzeughersteller seinen Nettogewinn auf 1,457 Milliarden Euro mehr als verfünffachte. Munich Re und Allianz gaben trotz solider beziehungsweise nur leicht rückläufiger Ergebnisse nach – der Markt monierte Details im Schaden- und Unfallgeschäft. Bei Nebenwerten sorgten Hochstufungen für Bewegung: Suss Microtec sprang nach zwei Kauf-Empfehlungen deutlich zweistellig prozentual zu, OHB profitierte von einer Ersteinstufung mit "Buy".

Charttechnik: Wohin nach dem Rekord?

Auf dem Weg nach oben markieren mehrere Marken mögliche Widerstände, nach unten mehrere Unterstützungen:

  • Nächste Widerstände: 26.220, 26.225, 26.367 und 26.400 Punkte
  • Nächste Unterstützungen: 25.925, 25.900, 25.630 und 25.560 Punkte

Von Übertreibung ist trotz des Rekords wenig zu spüren – der Fear-&-Greed-Index von CNN Business notiert nur knapp im Bereich der Gier. Marktbeobachter verweisen allerdings auf ein noch dünnes Handelsvolumen vor dem Wochenende, das dem aktuellen Kursniveau nach eigener Einschätzung wackelige Beine verleiht.

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