DAX: Rekordniveau ohne Schwung
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX klebt förmlich an seiner Bestmarke. Am Montagmorgen notiert der deutsche Leitindex mit rund 26.357 Punkten nur hauchdünn im Plus und bleibt damit in Reichweite seines Rekordhochs von 26.445 Punkten vom Freitag. Von Aufbruchstimmung keine Spur — die Futures-Umsätze an der Eurex liegen bei kaum 300 Kontrakten, ein Wert, der selbst die üblichen Absicherungsgeschäfte nach dem Wochenende vermissen lässt.
Getragen wird die Rekordnähe von den US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag. Die Beschäftigung in den USA war im Juli unerwartet gesunken, die Löhne stiegen schwächer als erwartet — für die Wall Street ein Signal, dass die Fed vorerst nicht an der Zinsschraube drehen muss. Der Dow Jones legte daraufhin zu, der Nasdaq 100 zog um mehr als ein Prozent an. Dieser Rückenwind schwappt nun nach Frankfurt durch, ohne dass neue eigene Impulse hinzukommen.
Iran-Konflikt bleibt Belastungsfaktor
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der Iran-Krieg. Die Straße von Hormus ist weiterhin nicht wiedereröffnet, ein diplomatischer Durchbruch fehlt. US-Präsident Donald Trump gab sich dennoch gelassen und verglich die Lage mit einer Schachpartie, die sich schon regeln werde. Die Ölpreise reagieren bislang moderat — Brent notiert leicht über 83 Dollar je Barrel, spürbaren Belastungsdruck auf die Inflationserwartungen gibt es damit vorerst nicht.
Bei den Einzelwerten sorgt vor allem Stabilus für Bewegung. Der Gasdruckfeder-Hersteller verliert deutlich, nachdem Finanzvorstand Andreas Jaeger seinen Vertrag aus persönlichen Gründen vorzeitig auflösen lässt. Vorstandschef Michael Büchsner übernimmt das Finanzressort interimistisch. Aumovio dagegen springt nach einer Hochstufung durch Bernstein Research auf "Outperform" deutlich an — Analyst Harry Martin sieht viele Unsicherheitsfaktoren als bereinigt an. Aus der Berichtssaison meldet GEA höheren Nettogewinn im zweiten Quartal, Hypoport bestätigt seine Jahresziele.
Charttechnik zeigt nach oben, Warnsignale mehren sich
Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv. Nach dem Ausbruch über das bisherige Jahreshoch von 25.507 Punkten gilt eine Marke von 27.500 Punkten als nächstes Potenzial-Ziel, gestützt durch eine zuvor aufgelöste inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Der Angst- und Gier-Index steht bei 61 und signalisiert Gier, die Volatilität gemessen am VDAX-New liegt mit rund 15,4 Prozent im normalen Bereich und damit deutlich unter der Angstzone von über 17 Prozent.
Zur Vorsicht mahnt allerdings die Nähe zu überkauften Niveaus. Wichtige Unterstützungen liegen bei 25.900 und 25.507 Punkten — fällt der Index nachhaltig darunter, wäre das ein Warnsignal mit Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 24.480 Punkten.
Die Woche bringt mit den US-Verbraucher- und Erzeugerpreisen am Mittwoch und Donnerstag die nächsten möglichen Marktbeweger. Beide Daten gelten als Gradmesser für die weitere Zinspolitik der Fed und könnten der aktuellen Verschnaufpause ein Ende setzen — in die eine oder andere Richtung.
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