DAX, Rekordnähe

DAX: Rekordnähe verpufft

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 02:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX scheitert knapp am Allzeithoch, während starke Unternehmenszahlen und geopolitische Risiken die Marktstimmung prägen.

DAX verpasst Rekordhoch: Quartalszahlen und Geopolitik im Fokus
Digitale Anzeigetafeln einer Börse mit verschwommenen Kursverläufen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der DAX war am Freitag zum Greifen nah an seinem Allzeithoch von 25.900 Punkten – und ließ die Chance doch verstreichen. Der Index kletterte im Tagesverlauf bis auf 25.891 Zähler, ehe die Gewinne zur Mittagszeit merklich zu schmelzen begannen. Am Nachmittag blieb nur noch ein moderates Plus übrig.

Berichtssaison mit zwei Gesichtern

Die laufende Quartalssaison treibt den Index insgesamt an. JPMorgan-Stratege Mislav Matejka hebt hervor, dass das Gewinnwachstum diesseits und jenseits des Atlantiks die Erwartungen übertrifft. Starke Ergebnisse von Amazon, Apple und Sony beflügelten am Vorabend die Stimmung und schlugen sich in Deutschland direkt auf Infineon nieder. Die Aktie legte am Donnerstag knapp zehn Prozent zu und setzte die Rally am Freitag mit einem weiteren Plus von gut fünf Prozent fort. Siemens Energy zog in die gleiche Richtung.

Nicht alle Unternehmen profitieren von der Euphorie. Schaeffler brach um 13 Prozent ein, nachdem der Autozulieferer seinen mittelfristigen Umsatzausblick für 2028 auf 24 bis 26 Milliarden Euro kappte — der Marktkonsens hatte mit rund 26,5 Milliarden Euro gerechnet. Adidas war bereits am Vortag mit einem Kursrückgang von 11,16 Prozent belastet, Siemens Healthineers senkte parallel die Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 3,5 bis 4,0 Prozent.

Geopolitik und Inflation als Bremsklötze

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt der Nahe Osten. US-Präsident Donald Trump verkündete eine Einigung zur Entwaffnung der Hamas im Gegenzug für einen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen — ein genauer Zeitplan fehlt allerdings. Die Ölpreise gaben die anfängliche Erleichterung wieder ab, Brent kletterte zurück über die Marke von 90 Dollar je Barrel.

Auch die Inflationsdaten aus der Eurozone bremsen die Rekordlaune. Die Teuerung zog im Juli auf 2,9 Prozent an, getrieben von Energiepreisen, die nach dem Auslaufen des deutschen Tankrabatts um 10 Prozent stiegen. Die deutsche Wirtschaft bleibt davon bislang unbeeindruckt — mit 0,9 Prozent Wachstum verzeichnete sie das stärkste Plus seit dreieinhalb Jahren.

Zahlenflut in der kommenden Woche

Rund die Hälfte der 40 DAX-Konzerne öffnet in der kommenden Woche die Bücher:

  • Dienstag: Bayer, Continental, Fresenius Medical Care, Zalando
  • Mittwoch: Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon, Beiersdorf
  • Donnerstag: Commerzbank, Deutsche Telekom, Merck KGaA, Siemens
  • Freitag: Allianz, Daimler Truck, Munich Re

Marktanalyst Jochen Stanzl sieht den Index charttechnisch auf dem Weg zur Marke von 26.000 Punkten, sollte der aktuelle Kaufdruck anhalten. Bis zum Rekordhoch vom 6. Juli ist es damit nur noch ein kurzer Schritt.

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