DAX: Rekordjagd nur auf schmaler Basis
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 03:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neues Allzeithoch, das den Handelstag nicht überlebt — dieses Muster wiederholt sich beim DAX inzwischen fast täglich. Am Mittwoch kletterte der Index bis auf 26.573,50 Punkte, ehe die Kurse im Tagesverlauf wieder abbröckelten. Am Ende stand ein Minus von 0,23 Prozent bei 26.331,07 Punkten zu Buche.
Auslöser für den Rücksetzer waren die US-Verbraucherpreise für Juli, die exakt den Erwartungen entsprachen. Statt für neue Kaufimpulse sorgten die Daten für Gewinnmitnahmen — Anleger nutzten den kurzzeitigen Sprung auf Rekordniveau, um Kasse zu machen. Zusätzlichen Druck brachte ein Kursrutsch bei SAP, das Indexschwergewicht verlor 2,6 Prozent und belastete den DAX spürbar.
Rally auf wackeligen Beinen
Bemerkenswert ist, wie wenige Werte die Rekordjagd tatsächlich tragen. Selbst auf dem neuen Allzeithoch notierte weniger als die Hälfte der 40 DAX-Mitglieder im Plus. Hinzu kommt ein deutlich rückläufiges Handelsvolumen — beides Anzeichen dafür, dass die Aufwärtsbewegung fundamental auf dünnem Eis steht.
Getragen wurde der Markt zuletzt vor allem von Technologie- und Rüstungswerten. Rheinmetall profitierte von starken Zahlen des Marineschiffbauers TKMS, dessen Aktie um 8,5 Prozent zulegte, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose deutlich angehoben hatte. Siemens Energy und Infineon zogen im Windschatten positiver US-Vorgaben aus dem Halbleiter- und KI-Sektor nach.
Auf der Verliererseite stand E.ON mit einem Abschlag von 3,2 Prozent als Dax-Schlusslicht. Der Energiekonzern bestätigte zwar seine Jahresziele nach soliden Halbjahreszahlen, das reichte den Anlegern aber offenbar nicht als Kaufargument.
Berichtssaison läuft aus
Mit dem morgigen Donnerstag neigt sich die Berichtssaison weitgehend dem Ende zu. Das dürfte dem Markt auf dem bereits erreichten hohen Niveau zunächst wichtige Impulse für weitere Käufe nehmen. Unterdessen bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus unübersichtlich — die Risikoprämien am Ölmarkt bleiben entsprechend erhöht, Brent notiert knapp unter 90 Dollar je Barrel.
Die Stimmung an der Börse bleibt vorsichtig optimistisch, auch wenn die Basis der Rally schmaler wird. Ob die fehlende Marktbreite bei nachlassendem Nachrichtenfluss aus der Berichtssaison zum Belastungsfaktor wird, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.
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