DAX: Rekord mit Rückstand
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 07:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Über 26.000 Punkte, ein neues Allzeithoch — und trotzdem hinkt der DAX seinen europäischen Nachbarn hinterher. Der deutsche Leitindex markiert zum Wochenauftakt eine historische Marke, der Blick auf die Jahresbilanz zeigt allerdings eine andere Geschichte. Zwischen Rekordjagd und Nachzügler-Rolle liegt bei näherer Betrachtung nur ein Wort: Dividenden.
Zur Eröffnung sprang der Index um 0,88 Prozent auf 25.855,12 Punkte, im Tagesverlauf ging es weiter bis auf 26.028,94 Zähler. Das bisherige Rekordhoch stammte vom 6. Juli mit einem Schlussstand von 25.817,89 Punkten. Auslöser der neuen Bestmarke: sinkende Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump einen angekündigten Großangriff auf den Iran vorerst ausgesetzt hatte, um neuen Verhandlungen eine Chance zu geben.
Ölpreis als Stimmungsmacher
Mitte Juli hatte die Eskalation zwischen den USA und dem Iran den DAX noch auf rund 24.650 Punkte gedrückt, während die Nordseesorte Brent zeitweise über 100 US-Dollar kletterte. Die Aussicht auf Gespräche ließ die Ölpreise nun spürbar nachgeben — und mit ihnen die Sorge vor anziehender Inflation und steigenden Leitzinsen. Diese Entlastung trifft auf eine Berichtssaison, die bislang überwiegend positiv verläuft und zusätzlich Rückenwind liefert.
Diese Woche wird es dicht: Bei rund der Hälfte der 40 DAX-Mitglieder stehen Quartalszahlen an. Bayer, Continental, Fresenius Medical Care und Zalando machen den Anfang.
Der europäische Nachzügler
Der Kursindex ohne Dividenden erreichte sein letztes Allzeithoch bereits im Januar — die aktuelle Rekordserie im Performance-Index ist also zu einem guten Teil den ausgeschütteten Dividenden zu verdanken. Ohne sie liegt das Plus seit Jahresbeginn bei lediglich 2 Prozent, mit Dividenden bei 4,7 Prozent. Zum Vergleich: EURO STOXX 50 und STOXX Europe 600 legten in den ersten sieben Monaten des Jahres um fast 10 Prozent zu.
Unter den Einzelwerten zeigte sich im Juli ein klares Bild der "Old Economy"-Erholung: BASF gewann rund 8 Prozent, Volkswagen Vorzüge 6,5 Prozent, Mercedes 6,4 Prozent. Auf der Technologieseite tat sich SAP mit einem Kursplus von fast 18 Prozent hervor, während US-Werte wie Tesla und Nvidia im Monatsverlauf nachgaben.
Ob der DAX seinen Rückstand zu den europäischen Indizes aufholen kann, dürfte sich in den kommenden Handelstagen entscheiden. Mit der Bilanzflut ab Dienstag und der Frage, ob die angekündigten Iran-Gespräche tatsächlich stattfinden, hat der Index gleich zwei Prüfsteine vor sich, an denen sich die Rekordserie fortsetzen oder brechen wird.
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