DAX, Zinsangst

DAX: Ölpreis und Zinsangst bremsen den Rekordlauf

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 12:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Höchststand im August belasteten teureres Brent-Öl und höhere Renditen den DAX. Der Septemberstart brachte einen Rückgang.

DAX unter Druck: Ölpreisanstieg schürt neue Zinsängste
Ein Börsenhändler blickt besorgt auf Finanzdiagramme vor dem Hintergrund eines geschäftigen Handelsraums. Illustration mit AI erstellt.

Der August endete mit einem Paukenschlag nach oben, der September beginnt mit einem kalten Guss. Nach einem Plus von 2,5 Prozent und einem neuen Allzeithoch bei 26.618 Punkten zum Monatsende gerät der deutsche Leitindex nun spürbar unter Druck. Die Gründe dafür liegen weniger in Deutschland als am Ölmarkt und im Nahen Osten.

Auslöser ist die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Nach amerikanischen Angriffen auf iranische Raketenstellungen und iranischen Gegenschlägen auf US-Stützpunkte zog der Ölpreis der Sorte Brent kräftig an und näherte sich der Marke von 92 US-Dollar je Barrel. Steigende Energiepreise nähren die Inflationssorgen — und die wiederum befeuern die Zinserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks.

Zinskurve wird zur Belastung

Fünfjährige deutsche Staatsanleihen rentieren inzwischen so hoch wie zuletzt 2008, teilweise über dem Niveau der Eurokrise. Eine EZB-Zinserhöhung bei der Sitzung am 9. und 10. September gilt am Markt inzwischen als nahezu sicher. In den USA wächst nach den Äußerungen von Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole ebenfalls die Erwartung einer Leitzinsanhebung im September.

Diese Kombination aus teurem Öl und steigenden Renditen macht dem DAX nach seinem Ausflug auf Rekordniveau zu schaffen. Der Index rutschte am Montag um 1,17 Prozent auf 26.258 Punkte ab und droht nun erstmals seit Juli unter seine 21-Tage-Linie zu fallen, die aktuell bei rund 26.243 Punkten verläuft.

Charttechnisch gelten die Marken bei 26.080 und dem Augusttief von 25.900 Punkten als nächste Auffangzonen — darunter rückt der 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 25.500 Punkten in den Blick.

Nicht nur der DAX leidet: Auch der Euro-Stoxx-50 und der CAC 40 gaben zuletzt nach, während die Wall Street mit Verlusten bei Dow Jones und S&P 500 in die neue Woche startete. Historisch betrachtet ist das kein gutes Omen — der September zählt seit drei Jahrzehnten zu den schwächsten Börsenmonaten, in den vergangenen sechs Jahren brachte er dem DAX nur einmal ein Plus.

Ganz pessimistisch muss die Stimmung deshalb nicht sein. Auch der August gilt im langjährigen Schnitt als schwacher Monat — 2026 endete er trotzdem deutlich im Plus.

Ob sich der DAX von seiner Korrektur erholt, dürfte in den kommenden Tagen vor allem davon abhängen, wie sich der Ölpreis und die Nahost-Lage weiterentwickeln. Ein nachhaltiger Fall unter die Marke von 25.900 Punkten würde die seit Jahresbeginn aufgebaute charttechnische Erholung erstmals grundsätzlich infrage stellen.

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