DAX, Rettungsanker

DAX: Ölpreis reißt Rettungsanker weg

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 06:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende Rohölnotierungen und Inflationsängste drücken den DAX. SAP verliert deutlich, während Munich Re und Merck gegen den Trend zulegen.

DAX fällt unter 26.000 Punkte: Ölpreise belasten Anleger
Ein leerer Büroarbeitsplatz in einer modernen Handelsumgebung mit gedimmter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX ist am Dienstag unter die Marke von 26.000 Punkten gefallen und hat damit seine Verluste vom Wochenauftakt fortgesetzt. Der Leitindex schloss 1,1 Prozent tiefer bei 25.970,11 Punkten. Vom Rekordhoch der vergangenen Woche bei 26.618 Punkten trennen den Index nun rund 650 Zähler.

Auslöser ist eine Mischung aus steigenden Ölpreisen und neu aufgeflammten Inflationssorgen. Berichte über Angriffe auf zwei Supertanker in der Straße von Hormus trieben die Notierungen für Rohöl weiter nach oben. Die Verbraucherpreise in der Eurozone lagen zwar im Rahmen der Erwartungen bei 3,3 Prozent, dennoch wächst unter Analysten die Sorge vor einer Stagflation — stagnierendes Wachstum bei gleichzeitig hoher Teuerung.

SAP als größter Bremser

Besonders schwer wog der Rückgang bei SAP. Ein negativer Kommentar der UBS belastete die Aktie, die um 3,5 Prozent nachgab und damit größter Verlierer im Index war. Auch die zyklischen Autowerte sowie Rheinmetall und Airbus fanden sich auf der Verliererseite.

Noch deutlicher traf es die Rüstungswerte im MDAX. Hensoldt, TKMS und RENK verloren teilweise mehr als fünf Prozent und zogen den Index der mittelgroßen Unternehmen um 1,68 Prozent auf 32.173,26 Punkte nach unten — stärker als der DAX selbst.

Gegen den Trend liefen wenige Ausnahmen. Munich Re legte rund ein Prozent zu, gestützt von einer Einschätzung des Versicherungsverbands GDV, der für 2026 mit unterdurchschnittlichen Schäden durch Naturkatastrophen rechnet. Merck profitierte von einer Kaufempfehlung der HSBC und gewann 0,8 Prozent, während Symrise nach einer Jefferies-Empfehlung zeitweise deutlich zulegte, den Großteil des Plus aber wieder abgab und am Ende nur 0,7 Prozent hielt.

Am ETF-Markt zeigt sich derweil ein anderes Bild als am Kassamarkt: Investoren griffen zuletzt verstärkt zu Aktien-ETFs aus Schwellenländern, während Rüstungs-ETFs eher abgestoßen wurden — ein Hinweis darauf, dass die Skepsis gegenüber europäischen Verteidigungswerten nicht nur den Kassamarkt, sondern auch strukturierte Produkte erfasst hat.

Der September gilt historisch als schwacher Börsenmonat für den DAX. Ob sich das Muster in diesem Jahr bestätigt, dürfte stark davon abhängen, wie sich die Lage in der Straße von Hormus und damit der Ölpreis in den kommenden Tagen entwickelt.

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