DAX, Rückenwind

DAX: Ölpreis liefert Rückenwind

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 06:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX gewinnt über ein Prozent, während sinkende Ölpreise Autowerte stützen. Bilfinger senkt seine Jahresziele wegen schwacher Nachfrage.

DAX steigt dank Fed-Klarheit und fallendem Ölpreis deutlich
Moderne, professionelle Büroumgebung an einem Aktienhandelsplatz bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die US-Notenbank hat geliefert, was der Markt sich gewünscht hatte: eine erwartete Zinserhöhung mit klarer Kommunikation. Kein Zick-Zack, keine Überraschung. Genau diese Berechenbarkeit sorgt am Donnerstagnachmittag für spürbare Erleichterung an der Frankfurter Börse.

Der DAX baute seine Erholung vom Vortag aus und notierte zuletzt gut ein Prozent höher bei rund 25.800 Punkten. Der MDAX legte ähnlich stark zu, der EuroStoxx 50 zog um mehr als ein Prozent an. Fed-Chef Kevin Warsh gilt als entschlossen im Kampf gegen die Inflation — eine Haltung, die Ökonomen als Signal an den Anleihemarkt werten, nicht zuletzt als Kontrapunkt zu Donald Trumps Forderungen nach niedrigeren Zinsen.

Öl fällt, Autowerte drehen

Zusätzlichen Schub gab der Ölpreis. Hinweise auf eine mögliche Teil-Wiederinbetriebnahme einer wichtigen saudischen Pipeline ließen Brent-Rohöl deutlich nachgeben, näher an die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar heran. Für die europäischen Börsen ist das doppelt relevant: Sinkende Energiepreise nehmen der Inflationsdiskussion Schärfe und stützen zugleich energieintensive Branchen.

Am deutlichsten zeigte sich das bei den Autowerten. Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW gehörten mit Kursgewinnen von bis zu 3,2 Prozent zu den stärksten DAX-Werten und drehten damit ihre Verluste vom Vortag ins Plus.

Nicht alle Einzeltitel profitierten von der freundlichen Grundstimmung. Bilfinger brach um rund 20 Prozent ein und markierte den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren — der Industriedienstleister kappte seine Jahresziele wegen anhaltend schwacher Nachfrage im Zuge des Nahost-Konflikts.

Wacker Chemie strich seine Wachstumsziele für 2030 komplett und verlor rund drei Prozent. Qiagen dagegen gewann an der DAX-Spitze über drei Prozent, nachdem ein Magazinbericht mehrere Finanzinvestoren als potenzielle Bieter nannte.

Der DAX bleibt damit auch nach der Fed-Entscheidung eine Wette auf die konjunkturelle Erholung Europas — die maßgeblich davon abhängt, ob sich das Vertrauen in die US-Geldpolitik am Anleihemarkt tatsächlich in sinkenden langfristigen Renditen niederschlägt.

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