DAX: Öl und KI-Sorgen drücken auf die Stimmung
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Leitindex startet angeschlagen in eine Woche, die es in sich hat. Vorbörslich signalisierten Indikatoren ein Minus von rund 0,3 bis 0,4 Prozent, der DAX bleibt damit in Reichweite seines Tiefs seit Ende Juli bei 25.361 Punkten. Zwei Belastungsfaktoren treffen gerade aufeinander: der Ölpreis und neue Ängste rund um künstliche Intelligenz.
Öl treibt die Nervosität
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt ungeklärt. Saudi-Arabien musste nach Drohnenangriffen eine wichtige Pipeline abschalten, zusätzlich bedroht die Huthi-Miliz mit Angriffen auf die Meerenge Bab al-Mandab eine zweite zentrale Schifffahrtsroute.
Brent-Öl kletterte zeitweise auf über 107 Dollar je Barrel, ein geplantes Gespräch zwischen Iran und arabischen Golfstaaten zur Entschärfung der Lage wurde verschoben. Steigende Energiepreise nähren die Sorge vor anhaltendem Inflationsdruck — ausgerechnet in der Woche, in der die US-Notenbank am Mittwoch über die Zinsen entscheidet.
Parallel dazu sorgt das Thema KI für Unruhe. Die Chefs von OpenAI und Anthropic haben öffentlich vor den Risiken einer zu schnellen Entwicklung gewarnt, Anthropic-Chef Dario Amodei sprach sogar von der Gefahr, ein KI-Schwarm könne binnen sechs bis zwölf Monaten Teile des Internets kompromittieren. Das drückte in Asien besonders auf Technologiewerte — der südkoreanische Kospi verlor deutlich, auch der Nikkei gab nach. Sam Altman erklärte zudem, OpenAI werde 2026 nicht mehr an die Börse gehen.
Charttechnik zeigt Verkäuferdruck
Nach der Erholung vom Freitag, als der Index noch 0,8 Prozent zulegte, bleibt die Wochenbilanz mit einem Minus von rund 1,8 Prozent negativ. Die Marke um 25.507 Punkte gilt charttechnisch als wichtig — ein nachhaltiger Rückfall darunter würde weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um 25.100 Punkte eröffnen.
Auf der Oberseite müsste der DAX erst den 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 25.734 Punkten und danach die Zone um 26.080 Punkte überwinden, um wieder Fahrt aufzunehmen.
Unternehmensseitig bleibt es zum Wochenstart ruhig. Einzig adidas fiel auf, nachdem die Investmentbank Baird das Rating von "Outperform" auf "Neutral" senkte und das Kursziel von 180 auf 165 Euro kürzte.
Die entscheidende Weichenstellung kommt am Mittwoch mit dem Fed-Zinsentscheid. Märkte preisen mittlerweile eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein — für den DAX dürfte das die Richtung für die zweite Wochenhälfte vorgeben.
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