DAX, Iran-Eskalation

DAX: Iran-Eskalation bremst Rekordjagd

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX gibt nach dem Freitagshoch nach. Ölpreisrisiken und veränderte Fed-Erwartungen belasten, während der technische Aufwärtstrend anhält.

DAX startet schwächer: Iran-Spannungen bremsen den Aufwärtstrend
Moderne Bürogebäude im Frankfurter Finanzviertel unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach dem Allzeithoch vom Freitag tritt der DAX zum Wochenstart erst einmal auf die Bremse. Der Index eröffnete rund 0,4 Prozent leichter bei etwa 26.464 Punkten — nachdem er zuvor bis auf 26.618,74 Zähler gestiegen war und sein Jahresplus auf fast neun Prozent geschraubt hatte. Zwei Themen sorgen für den Rücksetzer: der Ölpreis und die US-Zinspolitik.

Neue Spannungen am Golf treiben Ölpreise

Das US-Militär hat einem Bericht zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen — offenbar Raketenwerfer auf der Insel Larak, die neue Seeminen in der Straße von Hormus legen sollten. Die iranischen Revolutionsgarden drohten prompt mit Vergeltung. Die Ölpreise reagierten mit Aufschlägen, was weltweit auf die Aktienmärkte drückte. Bereits am Freitag waren die US-Indizes ins Minus gedreht, am Morgen folgten die asiatischen Börsen.

Hinzu kommt ein zweiter Belastungsfaktor: Fed-Chef Kevin Warsh hatte in Jackson Hole Signale für höhere statt niedrigere Zinsen gesendet. Die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung im September sprang daraufhin von 35 auf fast 60 Prozent — begleitet von einem stärkeren Dollar.

In Asien setzten sich zudem Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten fort, nur kurz unterbrochen durch die Euphorie um die jüngsten Nvidia-Zahlen. Auch schwache chinesische Konjunkturdaten — der Einkaufsmanagerindex verharrte mit 49,8 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 — trübten die Stimmung zusätzlich.

Trend bleibt intakt, Rücksetzer ändert daran wenig

Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend trotz allem gültig. Der Index kletterte am Freitag über sein oberes Bollinger-Band in überkauftes Terrain, während die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage sowie die Slow Stochastik weiterhin Kaufsignale liefern. Die erste Hürde für neue Höchststände liegt am Freitagshoch bei 26.616 Punkten, dahinter wartet die psychologische Marke von 27.000 Punkten.

Nach unten gilt die Zone um 25.912 Punkte als Absicherung — fällt der Index nachhaltig darunter, wäre das bullische Szenario hinfällig. Für den heutigen Handelstag rechnen Marktbeobachter mit einer Spanne zwischen 26.400 und 26.600 Punkten. Als Impulsgeber gelten am Nachmittag der deutsche Verbraucherpreisindex sowie der Chicago-Einkaufsmanagerindex aus den USA.

Der September steht damit vor einer Weichenstellung: Setzt sich die geopolitisch getriebene Ölpreis-Sorge fort, dürfte die überkaufte Lage zunächst abgebaut werden. Bleibt der Ölmarkt ruhig, spricht die intakte Trendstruktur für einen weiteren Vorstoß Richtung 27.000 Punkte.

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