DAX: Gewinnmitnahmen nach Rekordwoche
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 22:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwei Rekordschlüssen in Folge hat der DAX am Donnerstag erstmal eine Pause eingelegt. Der Leitindex eröffnete noch mit deutlichem Plus bei über 26.400 Punkten, bröckelte im Handelsverlauf aber ab und schloss mit minus 0,12 Prozent bei 26.299,74 Punkten. Kein Einbruch, eher ein Verschnaufen nach einer Serie von Höchstständen.
Am Dienstag hatte der Index auf Schlusskursbasis mit 26.391,42 Punkten ein Rekordhoch markiert, das Intraday-Allzeithoch von 26.573,60 Punkten stammt vom Mittwoch. Dass nach so einem Lauf einzelne Anleger Kasse machen, gilt am Markt als normal. Marktbeobachter sprechen von einer "gesunden" Konsolidierung, zumal größere Gewinnmitnahmen bislang ausgeblieben sind.
Berichtssaison liefert Rückenwind
Der eigentliche Treiber der Rekordjagd bleibt die laufende Berichtssaison. Rund 70 Prozent der DAX-Unternehmen haben die Erwartungen übertroffen, das Gewinnwachstum fällt so stark aus wie seit dem ersten Quartal 2024 nicht mehr. Zusammen mit robusteren Konjunkturdaten und dem Reformpaket der Bundesregierung stützt das die Stimmung an der Frankfurter Börse.
Einzelne Werte lieferten am Donnerstag deutliche Ausschläge. TKMS legte nach starken Analystenkommentaren erneut um rund zehn Prozent zu, nachdem die Aktie bereits am Vortag nach Zahlen kräftig gestiegen war.
Thyssenkrupp gewann rund vier Prozent, nachdem der Konzern im dritten Quartal die Umsatzerwartungen übertroffen, bei Ergebnis und Cashflow aber verfehlt hatte. Sixt kletterte nach einem starken zweiten Quartal um rund fünf Prozent, während Energiekontor nach schwächeren operativen Gewinnen im ersten Halbjahr rund sieben Prozent verlor.
Geopolitik bleibt Risikofaktor
Belastend wirkt weiterhin die Lage im Nahen Osten. Der Iran widersprach erneut Aussagen von US-Präsident Trump, wonach die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus hätten – die Meerenge bleibe blockiert, hieß es von iranischer Seite. Die Ölpreise gaben im Tagesverlauf nach, was Inflationssorgen etwas dämpfte, an der grundsätzlichen Unsicherheit über die Region ändert das aber wenig.
Aus den USA kamen unterdessen gemischte Konjunktursignale: Die Erzeugerpreise stiegen im Juli mit 4,7 Prozent langsamer als erwartet, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 209.000 überraschend deutlich zulegten. Solange von der Zinsseite kein Gegenwind aufkommt, dürfte das die grundsätzlich positive Verfassung der Aktienmärkte kaum gefährden.
Für die kommenden Handelstage bleibt entscheidend, ob sich die Konsolidierung fortsetzt oder der Index nach der kurzen Verschnaufpause erneut in Richtung der Marke von 26.500 Punkten ansetzt. Die fundamentale Basis aus starken Unternehmenszahlen bleibt jedenfalls intakt.
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