DAX, Doppelter

DAX: Doppelter Rückenwind aus Nahost und Tokio

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 13:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geopolitische Entspannung und Währungsmaßnahmen treiben den DAX auf Rekordniveau. Ölpreisverfall und Zinshoffnungen stützen die Marktstimmung.

DAX-Rekordjagd: Iran-Deeskalation und Yen-Intervention beflügeln den Leitindex
Steigender DAX-Börsenchart vor einer modernen Frankfurter Skyline bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der DAX steht am Montagmorgen kurz davor, sein Rekordhoch zu knacken – und diesmal liefern gleich zwei geopolitische Ereignisse den Antrieb. Eine überraschende Iran-Deeskalation drückt den Ölpreis nach unten, während eine seltene Yen-Intervention die Zinsängste dämpft. Beides zusammen sorgt für spürbaren Optimismus vor dem Xetra-Start.

Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund 1,1 Prozent höher auf etwa 25.905 Punkte – knapp über dem bisherigen Rekordhoch von 25.900 Zählern aus dem Juli.

Ölpreise fallen nach abgesagtem Militärschlag

Auslöser der Rally ist eine Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump. Er hatte am Wochenende zunächst einen der größten Militärschläge seit dem Zweiten Weltkrieg gegen Iran angekündigt, rückte davon aber offenbar auf Drängen von Regionalregierungen wieder ab. Parallel verhandeln Iran und Oman über eine neue Vereinbarung zur Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Die Ölpreise reagierten deutlich: WTI verlor 6,2 Prozent auf 79,40 Dollar, Brent fiel um 5,4 Prozent auf 83,20 Dollar. Zusätzlichen Druck erzeugt die OPEC+, die ihr Förderlimit um 188.000 Barrel pro Tag angehoben hat. Sinkende Energiepreise nehmen dem Markt spürbar die Inflations- und Zinssorgen.

Yen-Intervention bremst Asien, stützt Europa

Für zusätzliche Nervosität sorgte am Wochenende eine koordinierte Yen-Kaufintervention von Japan und den USA – die erste seit 1998. Nachdem der Yen zuvor auf ein 40-Jahres-Tief gefallen war, erholte er sich auf rund 156 Yen je Dollar. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama kündigte an, notfalls weitere gemeinsame Eingriffe vorzunehmen.

In Asien kam die Nachricht schlecht an: Der Nikkei gab 1,1 Prozent nach, der Kospi brach nach seiner Rekordrallye der Vorwoche um 4,9 Prozent ein. Samsung und SK Hynix verloren jeweils über acht Prozent. Für den DAX bleibt die Episode dagegen ein weiterer Baustein der Zinsentspannung – auch wenn die Bank of Japan nun für September einen Zinsschritt vorbereiten dürfte.

Aus Deutschland kam unterdessen ein schwacher Kontrapunkt: Die Einzelhandelsumsätze fielen um 1,1 Prozent, deutlich stärker als die erwarteten minus 0,4 Prozent. Der Chartrahmen für den heutigen Handelstag liegt zwischen 25.750 und 26.000 Punkten. Am Abend legt Palantir Quartalszahlen vor, am Freitag steht mit dem US-Arbeitsmarktbericht der nächste potenzielle Kurstreiber an.

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