DAX, Anleihe-Rettung

DAX: Anleihe-Rettung bremst Rutsch

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 14:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Ausweitung der US-Treasury-Rückkäufe beruhigt die Anleihemärkte und stützt den DAX, der weiterhin in seiner Konsolidierungsphase verharrt.

DAX stabilisiert sich: US-Anleihe-Rückkäufe dämpfen Kursschwäche
Blick auf den Frankfurter Börsenhandel mit konzentrierten Händlern im gedämpften Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der DAX startet ausgebremst in den Donnerstag – und ausgerechnet die US-Regierung wirkt dabei wie ein ungewollter Retter. Nach den heftigen Turbulenzen an den globalen Anleihemärkten der vergangenen Tage sorgt eine überraschende Ankündigung aus Washington für etwas Ruhe im Markt.

Der Index notiert am Morgen bei rund 26.050 bis 26.116 Punkten, ein Minus von 0,1 bis 0,4 Prozent. Damit bewegt sich der DAX weiter in der Konsolidierungsphase, die seit dem Rekordhoch von 26.573 Punkten am 12. August anhält. Größere Kursausschläge blieben zuletzt aus, Anschlusskäufe fehlten aber ebenso.

Treasury-Schritt bremst den Renditeanstieg

Das US-Finanzministerium kündigte an, seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Ab dem 9. September soll das maximale Volumen bei Papieren mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren von bislang 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar je Rückkaufoperation steigen. Die Maßnahme soll die Liquidität am zuletzt stark unter Druck geratenen Anleihemarkt verbessern.

Die Wirkung zeigte sich schnell: Die Renditen langlaufender Treasuries gingen zurück, was bereits am Mittwoch der Wall Street half. Der S&P 500 und der Dow Jones drehten ins Plus, auch wenn der Nasdaq 100 leicht nachgab. In Asien fiel die Erleichterung noch deutlicher aus – der Kospi sprang um fast sechs Prozent, angetrieben von einem Kursfeuerwerk bei SK Hynix nach einem angekündigten Aktienrückkaufprogramm.

Ölpreis und Iran-Konflikt bleiben Risikofaktor

Ganz ausgestanden ist die Nervosität an den Märkten damit nicht. US-Präsident Trump drohte dem Iran mit einem "vernichtenden" Wirtschaftskrieg, ein Zeichen wachsender Frustration über den andauernden Konflikt um die Straße von Hormus. Brent-Öl notiert weiterhin über 90 Dollar je Barrel, was die Inflationssorgen am Laufen hält und Notenbanken bei möglichen Zinssenkungen einschränken könnte.

Hinzu kommt ein grundsätzlicheres Thema: die Staatsverschuldung. Der Schuldenberg der USA hat mit 40 Billionen Dollar einen neuen Rekord erreicht. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung offenbarte zudem erhebliche Meinungsverschiedenheiten unter den Notenbankern – drei von zwölf Mitgliedern hatten sich im Juli für eine Zinsanhebung ausgesprochen.

Im DAX selbst zeigt sich die Marktbreite gespalten. Qiagen, Symrise und Scout24 zählen zu den Gewinnern, während MTU, Hannover Rück und Airbus unter Druck stehen. Ob die Entspannung am Anleihemarkt trägt, dürfte sich auch an den heutigen US-Konjunkturdaten sowie den Quartalszahlen von Walmart zeigen.

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