DAX, Gewissheit

DAX: 94 Prozent Gewissheit, null Prozent Klarheit

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX startet freundlich, doch die Fed-Pressekonferenz bleibt entscheidend. BMW profitiert von einer Hochstufung durch Berenberg.

DAX vor Fed-Entscheidung höher – BMW-Aktie legt deutlich zu
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes in Frankfurt vor einem dämmrigen Himmel, symbolisch für die unklare Marktlage. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX tastet sich am Mittwoch vorsichtig nach oben, während sich die eigentliche Entscheidung erst am Abend zeigt. Der X-Dax signalisierte vor Handelsbeginn ein Plus von 0,4 Prozent auf 25.497 Punkte, die Futures notierten mit 25.504 Zählern in ähnlicher Region. Der Index bleibt damit über seiner 100-Tage-Linie — ein Signal, dass der mittelfristige Trend intakt bleibt.

Die eigentliche Nervosität sitzt woanders: bei der US-Notenbank. Die NordLB beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am Abend auf gut 94 Prozent. Damit ist der Schritt selbst fast schon Formsache, spannend wird nur der Ton der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh.

Nach einer höher als erwarteten Kerninflation in der vergangenen Woche fragen sich Marktteilnehmer, wie deutlich sich Warsh zur Inflationsbekämpfung bekennt — zumal US-Präsident Donald Trump seit Langem auf niedrigere Zinsen drängt.

Rentenmarkt fährt auf Sicht

Die Zurückhaltung zeigt sich auch am Rentenmarkt. Der Bund-Future legte nur leicht zu, ähnlich verhalten der Buxl- und der Bobl-Future. Bleibt ein klares Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung aus, drohen laut Markteinschätzung wieder steigende Renditen — ein Szenario, das Aktienbewertungen unter Druck setzen würde.

Zusätzlichen Stoff für die Zinsdebatte liefert Großbritannien: Dort kletterte die Inflation im August auf 3,1 Prozent, den höchsten Stand seit März, getrieben von steigenden Spritpreisen. Die Kernrate blieb bei 2,6 Prozent stabil. Für den DAX ist das kein direkter Kurstreiber, unterstreicht aber, wie breit das Inflationsthema derzeit die globalen Notenbanken beschäftigt.

BMW sticht bei den Einzelwerten heraus

Unter den Einzelwerten fällt BMW auf. Die Aktie zog auf Tradegate um 1,7 Prozent an, nachdem die Privatbank Berenberg das Papier von "Hold" auf "Buy" hochgestuft hatte.

Die strukturellen Probleme in China seien zwar nicht gelöst, doch nach der Gewinnwarnung im Juni stünden die Erwartungen vor dem anstehenden Kapitalmarkttag auf solideren Beinen, begründete Analyst Romain Gourvil den Schritt. Nordex verzeichnete unterdessen einen Auftrag über 91 Megawatt aus Brandenburg, die Aktie reagierte mit einem moderaten Plus.

Die entscheidenden Impulse für den DAX kommen an diesem Mittwoch aber erst am Abend aus Washington. Bis dahin dürfte der Handel von der Erwartungshaltung geprägt bleiben, die sich in der leichten Vorbörse-Verfassung bereits andeutet.

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