Daqo New Energy Aktie: Verlust schrumpft, Aktie bricht ein
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 13:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsverlust, der kleiner ausfällt als der vorherige, klingt eigentlich nach Fortschritt. An der Börse kam davon wenig an: Die Aktie von Daqo New Energy verlor nach den Zahlen zum zweiten Quartal 14,6 Prozent.
Der Polysilizium-Hersteller verfehlte die Erwartungen deutlich. Der Verlust je ADS lag bei 1,20 Dollar, die Analystenschätzung hatte nur 0,53 Dollar vorgesehen. Beim Umsatz klaffte die Lücke noch größer: 62,7 Millionen Dollar standen prognostizierten 114,7 Millionen Dollar gegenüber – ein Fehlbetrag von 45 Prozent.
Sequenziell besser, im Jahresvergleich schwächer
Die Zahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 verbesserte sich einiges: Der Umsatz stieg von 26,7 auf 62,7 Millionen Dollar, der Nettoverlust sank von 88,4 auf 81,2 Millionen Dollar. Die Bruttomarge blieb mit minus 132 Prozent tief negativ, hatte sich aber gegenüber den minus 521,5 Prozent im Vorquartal deutlich erholt.
Im Jahresvergleich sieht es weniger freundlich aus. Der Umsatz lag 17 Prozent unter dem Vorjahreswert von 75,2 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Polysilizium fiel von 5,96 auf 4,04 Dollar je Kilogramm, während die Produktionskosten mit 5,95 Dollar je Kilogramm kaum sanken. Damit verkauft Daqo aktuell unterhalb der eigenen Herstellungskosten.
CEO Xiang Xu verwies auf eine gedämpfte Stimmung in der gesamten Solar-PV-Branche. Schwache Inlandsnachfrage und hohe Lagerbestände hätten die Preise über die gesamte Wertschöpfungskette gedrückt. Immerhin nahm das Unternehmen im Juni die Verkäufe wieder auf, was die sequenzielle Umsatzsteigerung erklärt.
Bilanz bleibt solide, Ausblick verhalten
Trotz der operativen Schwäche steht Daqo finanziell nicht schlecht da. Zum Ende des zweiten Quartals hielt das Unternehmen liquide Mittel von 1,9 Milliarden Dollar – bei null Schulden. Diese Reserve dürfte helfen, die aktuelle Branchenschwäche durchzustehen.
Für das dritte Quartal rechnet Daqo mit einer Produktionsmenge zwischen 40.000 und 45.000 Tonnen Polysilizium, im Mittel 42.500 Tonnen. Für das Gesamtjahr 2026 nennt der Vorstand eine Spanne von 160.000 bis 180.000 Tonnen. Ob sich die Preise in der zweiten Jahreshälfte erholen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lagerbestände in der Solarbranche abbauen – ein Prozess, der bislang zäh verläuft.
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