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D-Wave Quantum Aktie: Umsatz verfehlt Konsensschätzung deutlich

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

D-Wave Quantum besetzt die Finanzleitung kommissarisch neu, während Aufträge zulegen, Quartalsumsätze hinter Erwartungen bleiben und die Aktie nachgibt.

D-Wave Quantum: CFO-Wechsel trifft auf schwache Umsätze
Abstraktes, futuristisches Labor für Quantencomputing mit kühler Beleuchtung und technischer Tiefe. Illustration mit AI erstellt.

Der Wechsel an der Finanzspitze von D-Wave Quantum ist seit gestern vollzogen: John Markovich hat sein Amt als Finanzchef planmäßig niedergelegt, Greg Golkov führt die Geschäfte nun kommissarisch weiter. Der Führungswechsel trifft das Unternehmen in einer Phase, in der operative Fortschritte im Kerngeschäft auf eine angespannte Kursentwicklung treffen.

Golkov war zuvor als Senior Vice President of Finance bei D-Wave tätig und übernimmt damit eine Rolle, die er aus dem Unternehmen heraus bereits kennt. Firmenchef Alan Baratz würdigte die Verdienste seines Vorgängers, der maßgeblich am Börsengang des Quantencomputing-Spezialisten im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei.

Das Unternehmen betonte zugleich, der Rückzug stehe in keinem Zusammenhang mit Meinungsverschiedenheiten über Geschäftsführung, Bilanzierungspraktiken oder Finanzberichte.

Operatives Geschäft mit gemischtem Bild

Während der CFO-Wechsel die Schlagzeilen dominiert, zeigt sich im operativen Geschäft ein zwiespältiges Bild. D-Wave hatte Anfang August Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die den Umsatzausweis auf 3,08 Millionen US-Dollar bezifferten – deutlich unter der Konsensschätzung von 4,03 Millionen US-Dollar.

Der operative Verlust weitete sich im Jahresvergleich von 26,5 auf 54,7 Millionen US-Dollar mehr als aus, obwohl die Quartalsumsätze nahezu stabil blieben.

Auf der positiven Seite steht die Auftragslage: Die Buchungen im ersten Halbjahr 2026 legten um mehr als 1.120 Prozent auf 35,5 Millionen US-Dollar zu. Das Unternehmen begründet die schwachen Umsatzzahlen mit einer Verschiebung des Geschäftsmodells hin zu größeren, aber später realisierten Systemlieferungen.

Für das laufende Jahr hält D-Wave an der Prognose von zwei Systemauslieferungen fest und rechnet damit, dass das vierte Quartal den Löwenanteil des Jahresumsatzes beisteuern wird.

Kommerzialisierung schreitet voran

Ein Hoffnungsträger bleibt die zunehmende kommerzielle Nutzung der Technologie. Im ersten Halbjahr 2026 stammten bereits 67,7 Prozent der Erlöse von kommerziellen Kunden, verglichen mit lediglich 16,0 Prozent im Vorjahreszeitraum. Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass D-Wave über reine Forschungsprojekte hinaus zunehmend zahlende Industriekunden gewinnt – ein Trend, der sich auch im Meilenstein mit NTT DOCOMO vor gut einer Woche zeigte.

Am Kapitalmarkt kommt diese Gemengelage bislang nicht gut an. Die Aktie notiert aktuell bei 14,35 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen rund ein Viertel an Wert verloren. Der jüngste Führungswechsel dürfte die Verunsicherung unter Anlegern zusätzlich befeuert haben, auch wenn das Unternehmen betont, es handle sich um einen geordneten, einvernehmlichen Übergang.

Governance-Umbau setzt sich fort

Der CFO-Wechsel reiht sich in eine Serie personeller Veränderungen bei D-Wave ein. Erst vor gut drei Wochen hatte das Unternehmen mit Kevan P. Krysler einen erfahrenen Finanzmanager in den Aufsichtsrat und das Audit Committee berufen. Krysler bringt als amtierender Finanzchef von Carbon Robotics einschlägige Erfahrung in der Unternehmensfinanzierung mit.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob D-Wave den Spagat zwischen wachsendem Auftragsbestand und schrumpfenden kurzfristigen Umsätzen meistert. Golkov muss diese Aufgabe nun ohne die Erfahrung seines Vorgängers bewältigen – zumindest bis eine dauerhafte Besetzung der CFO-Position feststeht.

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