D'ieteren Aktie: Chefwechsel und Belron-Boom
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 10:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von D'ieteren legt am Donnerstag über fünf Prozent zu. Der Grund: starke Halbjahreszahlen und ein überraschender Führungswechsel an der Konzernspitze.
Der belgische Investmentkonzern meldete für das erste Halbjahr ein bereinigtes Vorsteuerergebnis von 482,4 Millionen Euro, ein Plus von 8,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Zugleich kündigte das Unternehmen an, dass Eric Machiels ab Dezember die Nachfolge von Francis Deprez als Konzernchef antritt.
Machiels wechselt vom Investmentunternehmen OMERS zu D'ieteren, zuvor führte er den Energiekonzern Infinis Energy. Deprez, der die Gruppe seit 2019 leitet, soll den Übergang gemeinsam mit dem Vorstand begleiten.
Belron zieht den Konzern nach oben
Die Windschutzscheiben-Sparte Belron, an der D'ieteren gut 50 Prozent hält, war der klare Wachstumstreiber. Das bereinigte Vorsteuerergebnis der Einheit stieg um 28,6 Prozent auf 308,2 Millionen Euro, die operative Marge kletterte auf 23 Prozent. Der freie Cashflow von Belron sprang um 89 Prozent auf 485,1 Millionen Euro.
Ganz anders sieht es bei D'ieteren Automotive aus, dem vollständig eigenen belgischen Fahrzeugvertrieb. Das Vorsteuerergebnis der Sparte brach um 66,6 Prozent auf 36,4 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 10,8 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro. Niedrigere Volumina und ein negativer Preis-Mix-Effekt drückten die operative Marge von 4,5 auf 2,1 Prozent.
Das Management rechnet für die zweite Jahreshälfte mit keiner Besserung im Automotive-Geschäft und kündigte einen Transformationsplan an, der bis zu 344 Stellen kosten könnte. Zusätzlich verbuchte die Sparte eine Wertminderung von 47,2 Millionen Euro im Einzelhandelsgeschäft.
Die übrigen Segmente lieferten solide Beiträge: Die Teile-Distribution PHE steigerte ihr Vorsteuerergebnis um 18,4 Prozent auf 106,8 Millionen Euro, unterstützt durch zwei neu übernommene spanische Distributoren.
TVH, zuständig für Landmaschinen- und Industrieteile, legte um 16,9 Prozent auf 44,2 Millionen Euro zu. Auch das Notizbuch-Label Moleskine verbesserte sich, blieb mit minus 4,7 Millionen Euro nach minus 7,6 Millionen Euro im Vorjahr aber weiter in der Verlustzone.
Belron-Minderheitsanteile im Blick
Parallel zu den Zahlen bestätigte D'ieteren, dass die Belron-Aktionäre strategische Optionen für Minderheitsanteile prüfen, darunter auch einen möglichen Börsengang. Deprez betonte, es sei noch keine Entscheidung über eine konkrete Option oder deren Zeitpunkt gefallen, und beantwortete dazu keine Analystenfragen.
Für das Gesamtjahr 2026 hält der Konzern an seiner Prognose fest: ein Wachstum des bereinigten Vorsteuerergebnisses im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Schwäche im Automotive-Geschäft soll dabei durch die anderen Sparten teilweise ausgeglichen werden.
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