CSL, Aktie

CSL Aktie: Phase-3-Studie in Lancet veröffentlicht

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 16:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CSL Seqirus erzielt starke Studienergebnisse für aQIVc, während Wertminderungen den Konzernverlust auf 2,6 Milliarden US-Dollar erhöhen.

CSL Seqirus überzeugt mit Grippe-Impfstoff, CSL belastet Verlust
Modernes Labor für biotechnologische Forschung mit Fokus auf wissenschaftliche Innovation und klinische Studien. Illustration mit AI erstellt.

Das Biotechnologieunternehmen CSL Seqirus hat einen wichtigen medizinischen Fortschritt bei der Prävention von Influenza gemeldet. Wie das Unternehmen am gestrigen Donnerstag mitteilte, wurden die Ergebnisse einer großangelegten Phase-3-Studie in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.

Während die klinischen Daten die wissenschaftliche Position des Konzerns stärken, sieht sich das Unternehmen finanziell mit den Auswirkungen einer gesenkten Gewinnprognose und massiven Wertberichtigungen konfrontiert.

Starke Studiendaten für quadrivalenten Impfstoff

Die veröffentlichte Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von aQIVc, einem zellbasierten und wirkverstärkten Impfstoffkandidaten gegen die Grippe.

An der Untersuchung nahmen insgesamt 7.699 Erwachsene im Alter von über 50 Jahren in acht verschiedenen Ländern teil, darunter Deutschland, Großbritannien und die USA. Die Ergebnisse belegen eine Überlegenheit gegenüber herkömmlichen, auf Hühnereiern basierenden Impfstoffen bei allen vier untersuchten Virusstämmen.

In der Altersgruppe der über 65-Jährigen erwies sich das Präparat zudem bei allen Stämmen als mindestens ebenbürtig gegenüber rekombinanten Impfstoffen. Die Immunantwort hielt laut den Studiendaten über die gesamte Grippesaison an, während die beobachteten Nebenreaktionen zumeist mild bis moderat ausfielen und innerhalb weniger Tage abklangen.

Eine trivalente Version des Impfstoffs ist unter dem Namen AUJEMFLU bereits in der Europäischen Union und Großbritannien für Personen ab 50 Jahren zugelassen.

Finanzielle Belastungen durch hohe Wertminderungen

Trotz der klinischen Erfolge blickt CSL auf ein finanziell herausforderndes Geschäftsjahr 2026 zurück, das am 30. Juni endete. Das Unternehmen verbuchte einen gesetzlichen Nettoverlust von rund 2,6 Milliarden US-Dollar.

Ursächlich hierfür war eine außerordentliche Wertminderung vor Steuern in Höhe von insgesamt 7,1 Milliarden US-Dollar. Diese Abschreibungen stehen in engem Zusammenhang mit der Übernahme von Vifor sowie Wertberichtigungen auf Sachanlagen am Standort Lengnau.

Ohne diese Sondereffekte lag der bereinigte Nettogewinn (NPATA) bei 3,1 Milliarden US-Dollar, was einem leichten Wachstum entspricht. Der Gesamtumsatz erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 15,8 Milliarden US-Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit einem weitgehend stabilen Umsatz, während der bereinigte Gewinn nach Steuern um etwa 5 Prozent zulegen soll. Dabei zeigt sich eine gemischte Entwicklung in den Geschäftsbereichen: Während für die Sparte Behring ein mittleres einstelliges Wachstum erwartet wird, könnte der Bereich Vifor einen Umsatzrückgang von rund 25 Prozent verzeichnen.

Markt reagiert auf angepasste Prognosen

Medienberichten zufolge belasten derzeit verschiedene Faktoren den Ausblick, darunter Bestandsanpassungen bei Immunglobulinen in den USA und ein Preisverfall bei Albumin auf dem chinesischen Markt.

Zudem erschweren der verstärkte Wettbewerb durch Generika im Bereich der Eisentherapie sowie geopolitische Spannungen im Nahen Osten das Geschäftsumfeld. In einem aktuellen Patentstreit um Eisen-Präparate bestätigte ein US-Berufungsgericht zudem eine Entscheidung gegen die Tochtergesellschaft Vifor.

An der Börse spiegeln sich diese Unsicherheiten in der aktuellen Bewertung wider. Die Aktie notiert heute bei 102,02 € und verzeichnet damit einen Rückgang von -1,4 % im Vergleich zum Vortag. Trotz der jüngsten Volatilität befindet sich das Papier mit einem Plus von 16 % weiterhin deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Analysten bewerten die langfristigen Aussichten des Unternehmens dennoch überwiegend positiv. Die Experten der UBS bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 181,00 AUD, während Morgan Stanley die Einstufung „Overweight“ und ein Ziel von 182,00 AUD beibehält.

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