CSL, Aktie

CSL Aktie: Milliardendeal für Nierenmedikament

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 03:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CSL zahlt zunächst 355 Millionen Dollar und übernimmt die Entwicklung; weitere Zahlungen hängen vom kommerziellen Erfolg ab.

CSL vereinbart globale Lixudebart-Kooperation im Wert von bis zu 1,6 Milliarden Dollar
Moderne Laborumgebung mit medizinischen Forschungsgeräten als Symbol für Fortschritt in der Biotechnologie Illustration mit AI erstellt.

CSL setzt auf ein neues Mittel gegen seltene Nieren- und Leberleiden. Der australische Konzern hat mit dem Schweizer Biotech Alentis Therapeutics eine exklusive globale Kooperation für den Wirkstoff Lixudebart vereinbart. Das Volumen liegt bei bis zu 1,6 Milliarden Dollar. Die Aktie legte im Sydney-Handel am Montag gut ein Prozent zu.

Was CSL zahlt

Zum Start überweist CSL 355 Millionen Dollar an Alentis. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen von bis zu 1,2 Milliarden Dollar, die an den kommerziellen Erfolg des Mittels gekoppelt sind. Sie fließen also nur, wenn das Medikament später tatsächlich verkauft wird.

Die Entwicklungskosten trägt CSL allein. Das betrifft die laufende Phase-2-Studie, eine geplante Phase-3-Studie sowie weitere Phase-2-Programme. Kommt das Mittel auf den Markt, teilen die Partner die Gewinne weltweit auf: 55 Prozent gehen an CSL, 45 Prozent an Alentis.

Der Wirkstoff

Lixudebart zielt auf das Protein Claudin-1. Das Mittel gilt als potenzieller Erstklassen-Wirkstoff, es wäre also die erste Therapie dieser Art. Derzeit läuft die Phase-2-Studie RENAL bei Patienten mit ANCA-assoziierter Vaskulitis und rasch fortschreitender Glomerulonephritis. Diese seltene Autoimmunerkrankung kann die Nieren schwer und dauerhaft schädigen, im schlimmsten Fall bis zum Nierenversagen.

Dabei soll es nicht bleiben. Die Partner planen den Einsatz auch bei fokaler segmentaler Glomerulosklerose, einer seltenen fortschreitenden Nierenerkrankung. Hinzu kommt die primär sklerosierende Cholangitis, eine chronische Autoimmunerkrankung der Leber, für die es bislang keine zugelassene Therapie gibt.

Passt zur Strategie

Für CSL ist der Deal ein weiterer Baustein im Nephrologie-Geschäft, wo der Konzern seine globale Entwicklungs- und Vermarktungsstärke ausspielen will. Alentis bringt die Expertise bei Claudin-1-Therapien ein. Die Marktreaktion fiel moderat aus: Die Aktie notierte zuletzt bei rund 177 australischen Dollar, ein Plus von etwa 1,1 Prozent.

Der Wert des Geschäfts hängt nun an den klinischen Daten. Liefert die laufende RENAL-Studie überzeugende Ergebnisse, ist der Weg in die geplante Phase 3 bei AAV-RPGN frei. Erst dann rücken auch die Meilensteinzahlungen näher.

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