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CSL Aktie: Großbritannien führt AUJEMFLU ein

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Großbritannien führt ab 2027/28 einen neuen CSL-Grippeimpfstoff ein und verlängert zugleich die Pandemievereinbarung bis 2031.

CSL Seqirus erhält britischen Impfstoffauftrag bis 2031
Moderne Laborumgebung mit medizinischen Forschungsgeräten als Symbol für Fortschritt im Gesundheitswesen. Illustration mit AI erstellt.

Großbritannien setzt im Kampf gegen Grippeerkrankungen künftig auf die Technologie von CSL Seqirus. Wie bekannt wurde, führt das Vereinigte Königreich ab der Saison 2027/28 als weltweit erstes Land den Impfstoff AUJEMFLU (aTIVc) ein.

Zeitgleich verlängerte die britische Gesundheitssicherheitsbehörde UKHSA das bestehende Abkommen zur Pandemievorsorge mit der Impfstoffsparte des australischen Biopharma-Konzerns um vier Jahre bis 2031. Für den Gesamtkonzern bedeuten die Vereinbarungen eine planbare Stärkung seiner zweitgrößten Sparte nach einem von Sonderbelastungen geprägten Geschäftsjahr.

Neue Technologie und langfristige Abnahmegarantien

Der neu zugelassene Grippeimpfstoff richtet sich nach Empfehlung des britischen Impfausschusses JCVI an Erwachsene ab 65 Jahren sowie Risikopatienten zwischen 50 und 64 Jahren. Das Präparat kombiniert das MF59-Adjuvans mit einer zellbasierten Fertigung sowie einer höheren Antigendosis von 45 Mikrogramm Hämagglutinin je Stamm.

Die behördliche Entscheidung stützt sich auf eine im Fachblatt The Lancet Infectious Diseases publizierte Phase-3-Studie an 7.699 Erwachsenen in acht Ländern, in der das Vakzin dem bisherigen eierbasierten Vergleichsimpfstoff über alle vier Virusstämme überlegen war.

Über die saisonale Versorgung hinaus sichert sich London den Zugriff auf Produktionskapazitäten im Werk Liverpool. Die Verlängerung der Pandemie-Kaufvereinbarung bis 2031 umfasst eine Option auf mehr als 100 Millionen Dosen im Fall einer von der WHO ausgerufenen Pandemie.

Für die anstehende Wintersaison 2026/27 greift das britische Gesundheitssystem noch auf das bisherige eierbasierte Produkt aTIV zurück, während die Bestellungen für den Nachfolger bereits anlaufen.

Umbau nach tiefrotem Geschäftsjahr

Die strategische Festigung des Impfstoffgeschäfts fällt in eine Phase operativer Neuausrichtung. Im zum 30. Juni 2026 beendeten Geschäftsjahr verbuchte CSL infolge von Restrukturierungen einen statutarischen Nettoverlust von 2,579 Milliarden US-Dollar.

Interim-CEO Gordon Naylor sieht das Unternehmen nun für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum gerüstet. Während das Segment Vifor im Geschäftsjahr 2027 durch Generikakonkurrenz bei Eisenpräparaten sowie das Auslaufen regulatorischer Erstattungen vor einem Erlösrückgang von rund 25 Prozent steht, soll das Hauptgeschäft CSL Behring im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Für die Sparte CSL Seqirus rechnet das Management mit einem leichten Umsatzplus.

Kapitalrückzahlung und Kurserholung

Um das Vertrauen der Anteilseigner zu untermauern, startete CSL am 10. September 2026 ein weiteres Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,15 Milliarden Australischen Dollar.

Am Aktienmarkt spiegelte sich die operative Stabilisierung zuletzt in festeren Notierungen wider. Im gestrigen Handel legte die CSL-Aktie um 3,4 Prozent auf 111,02 Euro zu. Damit verringerte das Papier seinen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 124,12 Euro auf 11 Prozent.

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