CSL Aktie: 7,1 Milliarden Dollar Wertminderungen belasten
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der australische Biotech-Konzern CSL stellt nach einem von hohen Sonderbelastungen geprägten Geschäftsjahr 2026 die Weichen für die operative Konsolidierung.
Nach Wertminderungen vor Steuern in Höhe von 7,1 Milliarden US-Dollar, die vor allem die 2022 übernommene Sparte CSL Vifor betrafen, rücken die Ertragsentwicklung des Kerngeschäfts sowie die offene Führungsposition in den Fokus der Anleger. Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 109,42 Euro, was einem Tagesrückgang von 2,1 Prozent entspricht.
Belastungen bei Vifor und offene Führungsfrage
Der Jahresverlust des Konzerns im per Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2026 resultierte maßgeblich aus den Abschreibungen im zweiten Halbjahr, auf das 5,5 Milliarden US-Dollar der gesamten Vorsteuer-Impairments entfielen.
Nach Einschätzung von Tamim Asset Management entfällt der größte Teil dieser Wertberichtigungen auf die Tochter CSL Vifor. Das auf Eisenmangel und Nierenerkrankungen spezialisierte Segment leidet unter Generika-Wettbewerb sowie dem Auslaufen von US-Erstattungsvorteilen bei Dialysebehandlungen. Für die Sparte wird ein Erlösrückgang von rund einem Viertel erwartet.
Zusätzlich fielen Restrukturierungskosten von 799 Millionen US-Dollar an. Der Konzernumsatz sank um ein Prozent auf 15,8 Milliarden US-Dollar, während der zugrunde liegende Reingewinn (NOPAT) um zwei Prozent auf rund 3,1 Milliarden US-Dollar nachgab.
Auch die geplante Abspaltung der Impfstoffsparte CSL Seqirus ist weiterhin offen.
Stabilisierung im Kerngeschäft
Demgegenüber zeigt sich das Hauptgeschäft CSL Behring widerstandsfähiger. Die Plasmasparte erlöste im Geschäftsjahr 11,4 Milliarden US-Dollar. Nach Anpassungen im US-Medicare-System und dem Abbau von Lagerbeständen verzeichnete das Immunglobulin-Geschäft in der zweiten Jahreshälfte wieder Zuwächse.
Zudem wurde in Kankakee in den USA ein neues Werk für Immunglobuline in Betrieb genommen, während die Kosten je Liter Plasma durch Effizienzmaßnahmen und Standortschließungen sanken.
Ein konzernweites Transformationsprogramm liefert Einsparungen vor Steuern, die über dem ursprünglichen Ziel liegen. Rund die Hälfte dieser Mittel fließt in Wachstumsinitiativen wie den Vertrieb in den USA und China sowie in die klinische Entwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Management zu konstanten Wechselkursen einen Gruppenumsatz auf Vorjahresniveau sowie ein moderates Wachstum beim zugrunde liegenden Gewinn in Aussicht.
Wichtige Wegmarken im Herbst
Bei diesem Termin stehen neben einem Geschäftsupdate vor allem Fortschritte bei der Neubesetzung des Vorstandsvorsitzes sowie Details zur Zukunft von Seqirus im Mittelpunkt. Die Vorlage der nächsten Halbjahreszahlen folgt im Februar 2027.
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