CSG Aktie: Lettland-Vertrag unterzeichnet
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 23:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Heute unterzeichnete der Rüstungskonzern CSG die Vertragsdokumentation für ein Modernisierungsprojekt der lettischen Streitkräfte im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Nahezu zeitgleich kündigte das Unternehmen auf der Branchenmesse ADEX in Baku die Gründung eines zweiten Gemeinschaftsunternehmens in Aserbaidschan an.
Beide Vorhaben zielen auf die Fertigung und den Ausbau moderner Artilleriesysteme ab. Im Börsenhandel notiert das Papier heute bei 14,72 Euro und verzeichnet damit ein leichtes Minus von 0,2 Prozent.
Großauftrag aus dem Baltikum für MORANA-Haubitzen
Im Zentrum des lettischen Beschaffungsprojekts steht das selbstfahrende Artilleriesystem MORANA im NATO-Standardkaliber 155 Millimeter auf einem TATRA-FORCE-8×8-Fahrgestell. Die Regierung in Riga hat den Erwerb bereits beschlossen, der neben den Haubitzen auch Mehrfachraketenwerfer umfasst. Als Hauptauftragnehmer fungiert die Konzerntochter TATRA DEFENCE SYSTEMS. Die Finanzierung der Beschaffung soll über das europäische Instrument SAFE erfolgen.
Für die industrielle Umsetzung bindet der Konzern Partner aus mehreren Ländern ein. Während slowakische Unternehmen wie Z?S ŠPECIÁL das Waffensystem, Aufbauten und die Feuerleittechnik bereitstellen, sind Teilfertigung und Endmontage direkt in Lettland vorgesehen.
Lettische Industriepartner sollen langfristig auch Wartung und Lebenszyklusunterstützung übernehmen. Mit der einheitlichen Fahrzeugplattform streben die Streitkräfte spürbare Vereinfachungen bei Logistik, Instandhaltung und Ausbildung an.
Milliardenpotenzial durch Lokalisierung im Kaukasus
Parallel zum baltischen Vertragsschluss weitet der Konzern seine industrielle Präsenz im Kaspischen Raum aus. Auf der Messe in Baku stellte das Management Pläne für ein zweites Joint Venture in Aserbaidschan vor.
Die formelle Gründung ist für kommenden Dezember vorgesehen, während der Produktionsstart im Folgejahr anlaufen soll. Nach Unternehmensangaben eröffnet die Vereinbarung zur schrittweisen Lokalisierung der Haubitzenfertigung ein Geschäftspotenzial von 1,8 Milliarden Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren.
Das Vorhaben vertieft die industrielle Verankerung in der Region. Es folgt auf das im April dieses Jahres vereinbarte Gemeinschaftsunternehmen VEXA DS, dessen Schwerpunkt auf Reparatur, Wartung und Modernisierung von Panzerfahrzeugen liegt. Mit dem Transfer von Fertigungs-Know-how stärkt die Gruppe ihre internationale Lieferkette weiter, während die Notierung mit deutlichem Abstand unter dem 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro aus dem Januar verharrt.
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