CrowdStrike, Aktie

CrowdStrike Aktie: Botnet zerschlagen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CrowdStrike beendet gemeinsam mit US-Behörden die Kontrolle über Sality und erweitert zugleich den Schutz für KI-Anwendungen in der Google Cloud.

Isometrisches 3D-Prozessdiagramm der Cybersicherheits-Wertschöpfungskette mit Datenflüssen
CrowdStrike Holdings Wertschöpfungskette US22788C1053 als isometrisches 3D-Diagramm mit vier vernetzten globalen Cybersicherheitsmodulen Illustration mit AI erstellt.

Zwei Jahrzehnte lang trieb "Sality" sein Unwesen im Netz — jetzt hat CrowdStrike dem russischen Cyberkriminalitäts-Netzwerk den Stecker gezogen. Die Aktion lief live vor Publikum, auf der eigenen Sicherheitskonferenz des Unternehmens in Las Vegas. Ein Coup, der zeigt, wie sich CrowdStrike derzeit positioniert: nicht nur als Softwareanbieter, sondern als aktiver Akteur im Kampf gegen Cyberkriminalität.

Die Zerschlagung von Sality

Das Justizministerium und die US-Bundespolizei FBI bestätigten die Aktion am Dienstag gemeinsam mit CrowdStrike. Sality, erstmals 2003 aufgetaucht, zählt zu den am längsten aktiven kriminellen Netzwerken im Internet.

Über eine Peer-to-Peer-Architektur steuerten die Hintermänner kompromittierte Rechner für Spam-Versand, Distributed-Denial-of-Service-Attacken und Kryptodiebstahl — eine Struktur, die das Netzwerk besonders widerstandsfähig gegen Strafverfolgung machte.

CrowdStrike drehte genau diese Stärke gegen die Angreifer. Der Sicherheitsforscher Tillmann Werner beschrieb die Aktion als die komplexeste Botnet-Zerschlagung, die das Unternehmen je durchgeführt habe.

Durch gezielt gestreute Falschinformationen kappten sich die kompromittierten Systeme selbst vom Kontrollzentrum ihres Schöpfers. Die US-Behörden beschlagnahmten parallel die Web-Domains, über die die Angreifer operierten — koordiniert mit europäischen Strafverfolgungsbehörden.

Wer hinter Sality steckt, ist weiterhin unklar. Offen bleibt auch, ob der Urheber versuchen wird, die Kontrolle zurückzugewinnen oder das Netzwerk neu aufzubauen.

KI-Sicherheit als zweite Front

Während die Sality-Aktion mediale Aufmerksamkeit bindet, treibt CrowdStrike im Hintergrund sein KI-Sicherheitsgeschäft voran. Auf der hauseigenen Fal.Con-Konferenz kündigte das Unternehmen eine Erweiterung der Falcon-Plattform für Google Cloud an. Falcon Guardian soll künftig über das Google Agent Gateway Laufzeitschutz für KI-Anwendungen bieten — gegen Risiken wie Prompt-Injection oder das Abfließen sensibler Daten.

Zusätzlich holte sich CrowdStrike einen prominenten Partner: Ernst & Young nutzt die Falcon-Plattform künftig als Sicherheitsfundament für sein KI-Transformationsframework "EY.ai Value Blueprints". Für CrowdStrike ist das ein weiterer Beleg dafür, dass sich das Unternehmen als zentrale Sicherheitsschicht für Unternehmens-KI positionieren will — ein Feld, in dem sich Wettbewerber ebenfalls formieren.

Die Kombination aus öffentlichkeitswirksamer Cybercrime-Bekämpfung und kontinuierlichem Ausbau der KI-Sicherheitssparte prägt das Bild, das CrowdStrike derzeit von sich zeichnet. Ob sich das in den kommenden Quartalszahlen als Umsatztreiber niederschlägt, hängt davon ab, wie schnell Unternehmen wie EY ihre KI-Projekte tatsächlich in produktive Anwendungen überführen.

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