Critical Metals Aktie: Milliarden-Perspektive für Tanbreez
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 15:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Critical Metals hat Testergebnisse für sein Grönland-Projekt Tanbreez vorgelegt, die dem Wert des Rohstoffvorkommens eine neue Dimension geben. Im Labor gelang es dem Unternehmen, mehr als 99 Prozent des Eudialyt-Konzentrats aufzulösen und daraus 19 hochreine Seltenerd- und Metallprodukte zu gewinnen. Das ist mehr als ein technisches Detail – es ist die Grundlage für eine geplante Raffinerie, die Critical Metals vom reinen Rohstofflieferanten zum Verarbeiter aufwerten soll.
Raffinerie in Rumänien als zweiter Baustein
Kern der Strategie ist ein Gemeinschaftsunternehmen für eine Raffinerie in Rumänien, das laut bestehendem Rahmenvertrag die Hälfte der gesamten Konzentratproduktion aus Tanbreez verarbeiten soll. Die Anlage ist auf eine Kapazität von bis zu 100.000 Tonnen Eudialyt-Konzentrat pro Jahr ausgelegt und soll daraus rund 27.943 Tonnen Seltenerd- und Metallprodukte sowie 25.670 Tonnen hochreines Siliziumoxid als Nebenprodukt erzeugen.
Die Standortwahl ist kein Zufall: Rumänien ist EU- und NATO-Mitglied, was dem Unternehmen zufolge eine sichere westliche Lieferkette abseits chinesischer Dominanz ermöglichen soll. Konkret nennt Critical Metals dabei Wertschöpfung aus Silizium, Niob, Dysprosium, Tantal und Hafnium als zentrale Preistreiber.
Die Zahlen hinter dem Projekt
Nach aktueller Modellierung soll die Raffinerie jährlich Erlöse zwischen 1,8 und 2,2 Milliarden Dollar erwirtschaften, bei geschätzten Investitionskosten von 1,85 Milliarden Dollar. Das Silizium-Nebenprodukt allein könnte demnach rund 600 Millionen Dollar pro Jahr beisteuern.
Auf Basis dieser Annahmen kalkuliert das Unternehmen einen Kapitalwert (NPV10) von etwa 4,5 Milliarden Dollar und eine interne Verzinsung von rund 55 Prozent, bei einer Amortisationszeit von ungefähr zwei Jahren.
Wichtig für die Einordnung: All diese Zahlen basieren auf vorläufiger Modellierung und Annahmen zu Marktpreisen, nicht auf einer abgeschlossenen Machbarkeitsstudie. Das Unternehmen selbst betont, dass weitere technische Tests, Genehmigungsverfahren und finale Investitionsentscheidungen ausstehen. Auch die Energieversorgung der Anlage – bis zu 150 Megawatt, größtenteils aus Gas – ist noch nicht final geklärt.
Für Critical Metals markiert die Ankündigung dennoch einen strategischen Wendepunkt: Aus dem reinen Minenprojekt in Grönland soll eine integrierte Wertschöpfungskette werden, die vom Abbau bis zum hochreinen Metallprodukt reicht. Ob sich die avisierten Milliardenumsätze tatsächlich realisieren lassen, hängt nun an den nächsten Schritten der Machbarkeitsstudie und der Finanzierung des rumänischen Werks.
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