CPKC Aktie: Creel fordert Schlichtung vor Streiks
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Bahnkonzern CPKC fordert Nachbesserungen an der kanadischen Arbeitsgesetzgebung, um drohende Lieferkettenunterbrechungen durch Streiks künftig wirksamer abzuwenden. Konzernchef Keith Creel kritisierte den Gesetzentwurf des Building Canada Strong Act (Bill C-39). Die vorgesehene Regelung erlaube ein staatliches Eingreifen erst nach Beginn eines Arbeitsstopps und verhindere wirtschaftliche Schäden daher nicht.
Schlichtung vor dem Arbeitskampf gefordert
Creel plädiert dafür, der Regierung als letztes Mittel die Befugnis einzuräumen, bereits vor Ausbruch eines Streiks oder eines Lockouts eine verbindliche Schlichtung anzuordnen. Eine solche Maßnahme solle jedoch an strenge Kriterien geknüpft sein: Sie käme nur infrage, wenn Tarifverhandlungen nachweislich festgefahren sind, keine Aussicht auf eine Einigung besteht und erhebliche Schäden für das nationale Interesse oder die Wirtschaft drohen.
Logistische Störungen belasten Bahnen und Kunden nach Creels Worten bereits im Vorfeld eines offiziellen Arbeitsstopps. Zudem dauere es nach einer Rückkehr der Beschäftigten oft Wochen, bis die Betriebsabläufe wieder vollständig normalisiert seien. Gewerkschaftsvertreter äußerten sich dagegen skeptisch und warnten davor, dass Eingriffe in das Arbeitsrecht das Streikrecht beschneiden könnten.
Tarifverhandlungen und behördliche Konflikte
Parallel zur Debatte über die gesetzlichen Rahmenbedingungen vermeldet der Konzern Fortschritte an anderer Stelle. Für wichtige südliche Strecken der DM&E legte CPKC einen vorläufigen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren vor, der mit der Gewerkschaft Brotherhood of Locomotive Engineers and Trainmen vereinbart wurde. Die Einigung soll für mehr Stabilität auf diesen Routen sorgen, nachdem Gewerkschaftsmitglieder frühere Vertragsangebote noch abgelehnt hatten.
Gleichzeitig engagiert sich der Bahnkonzern in regulatorischen Fragen in den USA. Vor der dortigen Verkehrsbehörde Surface Transportation Board streitet CPKC gemeinsam mit Verladerverbänden über den Vertraulichkeitsstatus einer Rede des Chefs von Union Pacific, Jim Vena. CPKC feuerte diesen Status an, da die Aufzeichnung für Vorwürfe möglicher Vergeltungsmaßnahmen gegen Verlader von Bedeutung sein soll.
An den Finanzmärkten schlug sich das Umfeld zuletzt in einer robusten Jahresperformance nieder. Die Aktie von CPKC schloss am Freitag bei 77,74 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang einen Zuwachs von 21 Prozent. Damit notiert das Papier gegenwärtig 7,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 84,18 Euro.
Die weiteren Verhandlungen über Arbeitsbedingungen und behördliche Entscheidungen bleiben wesentliche Faktoren für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr in Nordamerika.
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