Covivio, Aktie

Covivio Aktie: Vorsicht statt Zukäufe

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Mieten und solide Liquidität stehen einem vorläufigen Akquisitionsstopp sowie begrenzten Investitionen gegenüber.
Moderne Immobilienfassade bei goldenem Licht als Symbol für vorsichtige Marktstimmung im Immobiliensektor. Illustration mit AI erstellt.

Covivio liefert solide Neunmonatszahlen und bestätigt die Jahresprognose. Der eigentliche Nachrichtenwert liegt jedoch woanders: Der Konzern stoppt vorerst alle Akquisitionen, weil die Zinsen seit dem Sommer gestiegen sind.

Mieten wachsen schneller

Die vergleichbaren Mieteinnahmen legten in den ersten neun Monaten 2026 um 2,7 Prozent zu, nach 2,2 Prozent im ersten Halbjahr. Die Erlöse im Konzernanteil lagen bei 530,7 Millionen Euro. Auf aktuellem Konsolidierungskreis bedeutet das ein Minus von 0,4 Prozent, vor allem wegen des Abgangs des CB21-Turms und einiger Verkäufe.

Die Büros führen die Beschleunigung an, mit 2,5 Prozent auf vergleichbarer Basis. Deutsche Wohnimmobilien kommen auf 3,4 Prozent, Hotels auf 2,0 Prozent. Die Auslastung bleibt mit 96,4 Prozent hoch, im deutschen Wohnsegment sind es sogar 98,4 Prozent.

Im Bürogeschäft vermietete oder verlängerte Covivio rund 149.400 Quadratmeter. Das sichert jährliche Mieten von etwa 44 Millionen Euro. Beim CB21 in La Défense ist der Neubauteil inzwischen zu 41 Prozent vorvermietet, nach 32 Prozent zur Jahresmitte. Bis Jahresende peilt das Management die komplette Vorvermietung an.

Bilanz vor Wachstum

Im Juli platzierte Covivio eine grüne Anleihe über 500 Millionen Euro mit sieben Jahren Laufzeit. Hinzu kam eine neue Kreditlinie von 100 Millionen Euro. Die Liquidität liegt damit bei 1,9 Milliarden Euro und deckt alle Fälligkeiten bis Juni 2029 ab.

Etwa 80 Prozent der Schulden sind bis 2030 im Schnitt abgesichert. Die Finanzierungskosten sollen bis 2029 schrittweise auf rund 2,5 Prozent steigen.

CEO Paul Arkwright nannte das Umfeld „schwieriger“. Man habe entschieden, vorerst jeden Zukauf zu stoppen, Investitionen zu begrenzen und weitere Verkäufe voranzutreiben. Aktienrückkäufe, die die Verschuldung erhöhen würden, sind nicht geplant. Noch rund 300 Millionen Euro bereits vereinbarter Verkäufe müssen zufließen. Für 2026 hat der Kurswechsel nach Unternehmensangaben keine Folgen.

Risiken im Blick

Beim Portfoliowert rechnet das Management im zweiten Halbjahr mit einem leichten Rückgang. Gutachter hätten noch kein Feedback gegeben. Hinzu kommt die Debatte um mögliche Enteignungen in Berlin, die Arkwright weiterhin als fernliegendes Risiko einstuft. Ein Bundesgesetz dagegen erwartet er Anfang 2027.

An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Aktie schloss in Paris bei 43,66 Euro, ein Plus von 1,35 Prozent. Sie notiert damit weiter nahe dem unteren Ende ihrer Jahresspanne.

Die Prognose bleibt unverändert: Das wiederkehrende Nettoergebnis je Aktie soll 2026 um rund 4 Prozent wachsen. Die nächsten Details, etwa zur Indexierung in Frankreich, will Covivio mit den Jahreszahlen im Februar liefern.

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