Coupang Aktie: Kartenzahlungen knacken 5,09 Billionen Won
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Coupang beweist im südkoreanischen E-Commerce-Markt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Trotz der Belastungen durch ein massives Datenleck im November des vergangenen Jahres meldet das Unternehmen für den Sommer 2026 neue Höchststände bei den Nutzerzahlen und den monatlichen Transaktionsvolumina.
Während wichtige Wettbewerber mit massiv rückläufigen Umsätzen kämpfen, festigt der Marktführer seine Position durch steigende Ausgaben seiner Kunden und eine wachsende Nutzerbasis.
Rekordumsätze über Kreditkarten
Im Juli 2026 knackten die monatlichen Kartenzahlungen bei Coupang erstmals die Marke von 5 Billionen Won. Mit exakt 5,09 Billionen Won markierte dieser Monat einen neuen Rekord in der Firmengeschichte, was einem Zuwachs von 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni entspricht.
Auch im August setzte sich der positive Trend im Jahresvergleich fort: Obwohl das Volumen mit 4,93 Billionen Won saisonal bedingt leicht unter dem Juli-Wert lag, entsprach dies einem Anstieg von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Diese Daten verdeutlichen, dass das Unternehmen die negativen Folgen der Sicherheitslücke operativ überwunden hat. Analysten führen die Stabilisierung vor allem auf den sogenannten Lock-in-Effekt der „Wow-Mitgliedschaften“ und die Dominanz der hauseigenen Lieferdienste zurück.
Im direkten Vergleich verlor die Konkurrenz deutlich an Boden: Während Coupangs Transaktionsvolumen zuletzt etwa das Zehnfache der kombinierten Werte von Gmarket und 11st erreichte, verbuchte Gmarket im August einen Einbruch von 25,9 Prozent bei den Kartenausgaben.
Nutzerbasis wächst über Vorkrisen-Niveau
Besonders wichtig für die langfristige Bewertung sind die aktiven Nutzerzahlen. Im August 2026 erreichte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) einen Stand von 35,95 Millionen. Damit liegt die Reichweite nun offiziell über dem Niveau von 34,38 Millionen Nutzern, das vor dem Bekanntwerden des Datenlecks im Oktober 2025 verzeichnet worden war. Allein von Juli auf August kamen rund 500.000 aktive Nutzer hinzu.
Die operative Erholung steht jedoch im Kontrast zu den jüngsten Finanzergebnissen des zweiten Quartals. Dort blieb der Umsatz mit 8,86 Milliarden US-Dollar zwar 3,9 Prozent über dem Vorjahreswert, verfehlte jedoch die Markterwartungen um 2,2 Prozent. Mit insgesamt 24,7 Millionen aktiven Käufern im zweiten Quartal zeigt das Unternehmen zwar Wachstum, die Profitabilität und das Tempo der Expansion blieben jedoch hinter einigen Prognosen zurück.
Börsenkurs bleibt trotz Insider-Käufen unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Erholung bisher kaum wider. Mit einem aktuellen Kurs von 12,71 Euro notiert das Papier nur hauchdünn über seinem heute erreichten 52-Wochen-Tief von 12,42 Euro. Der Abstand zum Tiefstwert beträgt lediglich 2,3 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn bereits 39 Prozent an Wert verloren hat.
Trotz der schwachen Kursentwicklung signalisieren interne Akteure Zuversicht. Laut Daten von GuruFocus tätigten Insider in den vergangenen zwölf Monaten Netto-Käufe im Volumen von 102 Millionen US-Dollar. Während das Unternehmen an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 23,63 Milliarden Euro bewertet wird, sehen einige Analysemodelle erhebliches Aufwärtspotenzial.
So beziffert GuruFocus den inneren Wert („GF Value“) der Aktie auf 28,25 US-Dollar, was darauf hindeutet, dass der Titel auf dem aktuellen Niveau fundamental unterbewertet sein könnte. Ob die operativen Rekordmeldungen aus Südkorea ausreichen, um den Abwärtstrend der Aktie nachhaltig zu brechen, bleibt für die kommenden Handelswochen die zentrale Frage für Anleger.
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