Coupang, Aktie

Coupang Aktie: FTC nimmt Prüfung wieder auf

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 20:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach gescheitertem Eilantrag untersucht die FTC Coupangs Rabattpraktiken; der Termin für die Hauptklage bleibt offen.

Coupang: Südkoreas Kartellaufsicht setzt Vor-Ort-Prüfung fort
Modernes Logistiklager mit Fokus auf regulatorische Prüfung und Marktstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Südkoreas Kartellbehörde nimmt ihre unterbrochene Vor-Ort-Prüfung beim Onlinehändler Coupang wieder auf. Wie der Vorsitzende der Fair Trade Commission (FTC), Joo Byung-ki, heute ankündigte, setzt die Aufsicht ihre Ermittlungen fort. Zuvor hatte das Seoul High Court einen Eilantrag des Konzerns abgelehnt, die behördliche Inspektion vorläufig auszusetzen.

Coupang hatte am gestrigen Montag zwar erneut Rechtsmittel eingelegt, um die Rechtmäßigkeit der Prüfung vor dem Obersten Gerichtshof klären zu lassen. Nach Angaben des Gerichts entfaltet diese weitere Beschwerde jedoch keine aufschiebende Wirkung mehr.

Vorwürfe um Rabatte und Händlerverträge

Im Zentrum des Verfahrens stehen mutmaßliche Verstöße gegen das Gesetz über den großflächigen Einzelhandel. Die FTC wirft dem E-Commerce-Konzern vor, Kosten für Rabattaktionen unzulässig auf Zulieferer abgewälzt zu haben.

Beamte hatten bereits zwischen dem 19. und 24. August versucht, Geschäftsräume und Unterlagen am Hauptsitz einzusehen. Coupang verweigerte damals die Kooperation und begründete dies mit Verfahrensmängeln: Das Gesetz über administrative Untersuchungen verlange eine Vorankündigung von sieben Tagen, die nicht erfolgt sei.

Das Gericht wies das Aussetzungsbegehren ab, da das öffentliche Interesse an einer Aufklärung schwerer wiege als etwaige Nachteile für das Unternehmen. Behördenchef Joo betonte, erzwungene nachteilige Vertragsbedingungen träfen kleine Händler und könnten regulatorische Sanktionen nach sich ziehen. Für den Konzern steht viel auf dem Spiel, denn der Termin für die Hauptklage auf Aufhebung der Prüfanordnung ist weiterhin offen.

Hohe Abhängigkeit vom Heimatmarkt

Die rechtlichen Auseinandersetzungen treffen das Unternehmen in einer ohnehin angespannten Phase. Der Konzern erzielt mehr als 90 Prozent seines Umsatzes in Südkorea und ist entsprechend empfindlich gegenüber nationalen Eingriffen.

Neben dem Handelsgeschäft steht auch die Sparte Coupang Eats im Fokus, die gemeinsam mit dem Konkurrenten Baemin bis zu 93 Prozent des südkoreanischen Liefer-App-Marktes abdeckt. Die Behörde kündigte für Oktober zudem eine spezielle Planungsgruppe an, die Praktiken wie den Missbrauch von Marktmacht, Koppelungsverkäufe und Werbegebühren im Plattformsektor untersuchen soll.

Auch an den Finanzmärkten spiegelt sich der anhaltende Gegenwind wider. Anleger reagieren zunehmend zurückhaltend auf die Konflikte mit den Aufsichtsbehörden und die operative Entwicklung. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier an der Börse ein Minus von 42 Prozent und notiert derzeit bei 12,10 Euro.

Das Analysehaus Nomura führt die Aktie mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 19 US-Dollar. Zwar bemüht sich das Management um eine geografische Expansion über Taiwan, das operative Kerngeschäft verbleibt jedoch vorerst unter strikter staatlicher Beobachtung.

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