Coty, Aktie

Coty Aktie: Gucci-Ausstieg bringt 400 Millionen

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 13:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coty begrenzt den Umsatzrückgang im vierten Quartal, verbessert den Cashflow und reduziert die Nettoschulden trotz sinkender Margen.

Coty übertrifft Umsatzprognose und senkt Schulden vor Gucci-Aus
Ein minimalistischer Luxus-Parfumflakon auf einer Marmoroberfläche in einer eleganten, atmosphärischen Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Coty hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen geringeren Erlösrückgang verzeichnet als am Markt befürchtet. Auf vergleichbarer Basis gab der Umsatz im Schlussviertel um ein Prozent nach, nachdem das Management zuvor mit einem Minus im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet hatte. Belastungen aus dem Konflikt im Nahen Osten schlugen mit rund 1,5 Prozent auf den Quartalsumsatz durch und fielen damit milder aus als befürchtet.

Trotz operativer Einbußen verbuchte der Kosmetikkonzern im abgelaufenen Gesamtjahr einen deutlichen Fortschritt bei der Bilanzsanierung. Der freie Cashflow stieg um rund 70 Millionen US-Dollar auf 348 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verringerte sich die Nettoverschuldung im Jahresvergleich um etwa 840 Millionen US-Dollar.

Sparprogramm dämpft Margenrückgang

Der Verschuldungsgrad ging dadurch spürbar zurück. Das Management führt den finanziellen Spielraum neben früheren Portfoliomaßnahmen vor allem auf das interne Restrukturierungsprogramm „All In To Win“ zurück. Die erzielten Einsparungen übertrafen dabei die internen Zielmarken des Konzerns deutlich und halfen, den Gegenwind aus dem operativen Geschäft abzufedern.

Dieser Puffer erwies sich als notwendig, da Preisnachlässe und verändertes Kaufverhalten auf die Margen drückten. Auf Jahressicht sank das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 22 Prozent. Die bereinigte Bruttomarge für das Gesamtjahr ging im Vorjahresvergleich um 190 Basispunkte auf 63 Prozent zurück.

Markenmix fängt Schwächen im Massenmarkt auf

Im operativen Geschäft zeigte sich dabei ein zweigeteiltes Bild. Während die Prestige-Kosmetik dank zweistelliger Zuwächse bei Kylie, Marc Jacobs und Burberry zulegte, stand das Massengeschäft unter Druck. Allerdings meldete die Nagelpflegemarke Sally Hansen eine Rückkehr zu Umsatzwachstum, und die Make-up-Marke CoverGirl verzeichnete verbesserte Verkaufstrends.

Umbau vor dem Gucci-Abschied

Für das neue Geschäftsjahr stellt sich das Management auf eine Übergangsphase ein. Größter Einschnitt für das Portfolio bleibt die Trennung von der prestigeträchtigen Kosmetik- und Duftlizenz von Gucci, die vorzeitig an den Luxuskonzern Kering übertragen wird.

Das Geschäft steuerte zuletzt einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz zum Gesamtumsatz bei. Coty führt die Lizenz noch bis Mitte 2027 weiter. Der vollständige Ausstieg soll bis zum Geschäftsjahr 2028 abgeschlossen sein und dem Unternehmen Erlöse von 400 Millionen US-Dollar zuzüglich des Werts verbleibender Bestände einbringen.

Um Kosten weiter zu senken und flexibler auf Markttrends zu reagieren, stellt das Unternehmen zudem sein Marketing um. Das Casting von Kreativen und Influencern für große Markenkampagnen holt Coty von externen Agenturen in eigene Teams. Damit sollen branchenübliche Vermittlungsaufschläge entfallen und die Kontrolle über Kampagnendaten gestärkt werden.

Zurückhaltender Ausblick auf das Auftaktquartal

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Coty einen vergleichbaren Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll voraussichtlich zwischen 0,11 und 0,13 US-Dollar liegen.

Damit signalisiert das Management den Marktteilnehmern ein weiteres verhaltenes Quartal, bevor Kostensenkungen und neue Produkte ihre Entlastung entfalten können. Anleger blicken entsprechend vorsichtig auf das anstehende Geschäftsjahr.

An der Börse notiert die Coty-Aktie derzeit bei 2,14 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 17 Prozent, was die Marktkapitalisierung auf 1,86 Milliarden Euro drückt. Um die künftige Lücke aus wegfallenden Lizenzen zu schließen, setzt der Konzern neben der Kostendisziplin auf neue Produktanläufe und den Ausbau eigener Marken.

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de | US2220702037 | COTY | boerse | 70144262 |