CoreWeave, Aktie

CoreWeave Aktie: Solidigm-Vertrag sichert SSD-Kapazitäten

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 18:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CoreWeave baut mit SSD-Partnerschaft und drei Rechenzentren in Indonesien seine KI-Infrastruktur aus. Analysten loben die Aktie, die binnen einer Woche stark zulegte.

CoreWeave expandiert nach Asien und sichert sich SSD-Liefervertrag
Moderne Serverarchitektur in einem Rechenzentrum mit leuchtenden Datenleitungen und Speicherinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Spezialist für KI-Infrastruktur CoreWeave treibt seinen Wachstumskurs mit einer neuen strategischen Partnerschaft und einer großangelegten Expansion im asiatisch-pazifischen Raum voran. Heute gab das Unternehmen den Abschluss einer mehrjährigen Vereinbarung mit Solidigm bekannt. Dieser Vertrag sichert CoreWeave einen prioritären Zugang zu Enterprise-SSD-Speicherkapazitäten, um die Leistungsfähigkeit der eigenen Cloud-Plattform für künstliche Intelligenz zu stärken.

Der Ausbau der Hardware-Ressourcen erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Nachfrage nach spezialisierten Rechenkapazitäten. Solidigm gilt als führender Anbieter von Speicherlösungen mit hoher Kapazität, die speziell auf die Anforderungen von KI-Workloads zugeschnitten sind. Mit dieser Allianz will CoreWeave Engpässe in der Lieferkette vermeiden und die Skalierbarkeit seiner Dienstleistungen sicherstellen.

Markteintritt in Indonesien und massive Kapazitätserweiterung

Parallel zur technologischen Absicherung weitete CoreWeave gestern seine geografische Präsenz deutlich aus. Das Unternehmen kündigte den Bau von drei Rechenzentren in Indonesien an, die bis zum Jahr 2028 in Betrieb gehen sollen. Diese Standorte markieren den ersten Schritt des Konzerns in die Region Asien-Pazifik. Mit einer geplanten IT-Kapazität von insgesamt 360 Megawatt erweitern die neuen Zentren die vertraglich gebundene Gesamtleistung des Unternehmens um rund zehn Prozent.

Bisher betreibt CoreWeave weltweit 49 Rechenzentren. Zum Stand Ende März 2026 verfügte das Unternehmen über eine aktive Leistung von mehr als einem Gigawatt sowie über vertraglich gesicherte Zusagen für mehr als 3,5 Gigawatt. Die Expansion wird durch erhebliche Investitionen gestützt: Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant das Management mit Investitionsausgaben (Capex) zwischen 31 und 35 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil dieser Mittel fließt in den Aufbau der Infrastruktur, die bereits durch langfristige Verträge unterfüttert ist, darunter ein Abkommen mit Meta im Volumen von 21 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2032.

Analystenlob und Kurssprung nach Coverage-Start

Die jüngsten Entwicklungen am Markt haben die Aufmerksamkeit der Analysten verschärft. Die Experten von Piper Sandler starteten gestern die Beobachtung der Aktie mit einer „Overweight“-Einstufung und setzten ein Kursziel von 151 US-Dollar. Das Analysehaus bezeichnete CoreWeave als Top-Pick im Wettbewerb um KI-Infrastruktur und verwies auf die proprietäre Software-Plattform sowie ein günstiges Risiko-Rendite-Profil im Vergleich zu Wettbewerbern. Auch Wells Fargo bestätigte gestern die Kaufempfehlung für das Papier.

Die positive Resonanz spiegelte sich in der Kursentwicklung wider. Mit einem aktuellen Kurs von 79,71 Euro hat der Titel innerhalb der letzten sieben Tage um 50,06 Prozent zugelegt. Trotz dieser jüngsten Rallye notiert die Aktie derzeit noch 1,22 Prozent unter ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Analysten weisen darauf hin, dass der Markt für GPU-as-a-Service bis zum Jahr 2029 auf über 100 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte, was Unternehmen wie CoreWeave deutliche Wachstumschancen bietet.

Quartalszahlen und finanzielle Herausforderungen

Trotz des rasanten Umsatzwachstums steht CoreWeave vor bilanziellen Herausforderungen. Am kommenden Dienstag, den 11. August, wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 2,56 Milliarden US-Dollar, was eine deutliche Steigerung gegenüber den 1,21 Milliarden US-Dollar des Vorjahresquartals bedeuten würde. Im ersten Quartal 2026 belief sich der Umsatz auf 2,078 Milliarden US-Dollar, wobei jedoch ein Nettoverlust von 740 Millionen US-Dollar verzeichnet wurde.

Die aggressive Expansion führt zu einer hohen Verschuldung. Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich zuletzt auf über 50 Milliarden US-Dollar, während der Zinsaufwand im ersten Quartal 536 Millionen US-Dollar erreichte. Um das Wachstum zu finanzieren, sicherte sich das Unternehmen unter anderem einen Kredit über 2,6 Milliarden US-Dollar, der aufgrund des Marktumfelds für KI-Anleihen mit einem Renditeaufschlag von rund 9 Prozent platziert wurde. Anleger blicken nun gespannt auf die kommende Woche, wenn das Management detaillierte Einblicke in die Margenentwicklung und die Fortschritte beim Abbau des Auftragsbestands von 99,4 Milliarden US-Dollar geben wird.

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