CoreWeave, Aktie

CoreWeave Aktie: Deutsche Zulieferer zittern mit

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 18:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hohe Kreditrisiken belasten CoreWeave; Infineon, Hochtief und Siemens Energy gaben trotz steigenden DAX nach.
Abstrakte Darstellung eines modernen Hochleistungs-Rechenzentrums mit leuchtenden Server-Racks in kühlem Blau. Illustration mit AI erstellt.

Die Risikoprämie für CoreWeave-Schulden hat einen Rekord erreicht, und der Druck reicht bis nach Frankfurt. Am Donnerstag kostete die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall zeitweise 1.194,5 Basispunkte, knapp zwölf Prozent der abgesicherten Summe pro Jahr. Der Kreditmarkt preist damit eine Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als 60 Prozent binnen fünf Jahren ein.

Schuldenstress und ein Gegenredner

Die Aktie war zuvor stark unter Druck geraten. Am Mittwoch brach sie um 15,46 Prozent auf 65,78 Dollar ein, am Donnerstag setzte sich der Ausverkauf zunächst fort. Dann drehte das Papier am Jahrestief und schloss 5,94 Prozent höher bei 69,69 Dollar.

Auslöser der Sorgen sind die hohe Verschuldung und überraschend starke US-Inflationsdaten, die Zinserhöhungen der Notenbank wahrscheinlicher machen könnten. CoreWeave finanziert den Ausbau zu einem erheblichen Teil über Fremdkapital. Im September kündigte das Unternehmen zudem weitere Wandelanleihen über drei Milliarden Dollar an.

Nvidia-Chef Jensen Huang hielt dagegen: Die Kapitalkosten sänken, Nvidia müsse nicht einspringen. Neutral ist er nicht, denn Nvidia hält rund zehn Prozent an CoreWeave und liefert die Chips. Hinzu kommt, dass die drei Gründer seit dem Börsengang Aktien für 3,30 Milliarden Dollar verkauft haben.

Analysten uneins

Das Lager der Experten ist gespalten. Gil Luria von DA Davidson warnt: Wer sich zu neun Prozent leihe und damit bestenfalls fünf Prozent verdiene, dem helfe auch starkes Wachstum nicht. Cantor Fitzgerald sieht dagegen „eine Menge Panikmache“ und ein stetig verbessertes Geschäft.

Die Deutsche Bank bleibt bei „Kaufen“ und einem Kursziel von 150 Dollar. Analyst Brad Zelnick erkennt kaum unternehmensspezifische Gründe für das Ausmaß des Kurssturzes. Als Stütze nennt er die engen Beziehungen zu Nvidia, Dell, Meta und OpenAI, die auch den Zugang zu Finanzierung erleichtern könnten. Rückhalt gibt außerdem der Auftragsbestand von rund 104 Milliarden Dollar.

Frankfurt gerät mit unter Druck

Die Sorgen sprangen auf deutsche Zulieferer des KI-Ausbaus über. Infineon verlor 5,2 Prozent, Hochtief 3,6 Prozent und Siemens Energy 2,2 Prozent, während der DAX zulegte. Infineon liefert Leistungshalbleiter für KI-Server, Siemens Energy Kraftwerks- und Netztechnik, Hochtief baut über die US-Tochter Turner Rechenzentren. Für sie zählt weniger, ob CoreWeave durchkommt, als ob Geld für den gesamten Ausbau teurer wird.

Marken im Chart

Erster Widerstand liegt bei 77,81 Dollar, dem Schlusskurs vor der Kurslücke am Dienstag. Darüber warten die 50-Tage-Linie und der Abwärtstrend seit Mai um 88 Dollar, danach die 200-Tage-Linie bei 92,50 Dollar.

Unterstützung bietet die Zone zwischen 59,51 und 60,55 Dollar, wo Anleger am Donnerstag mit vierfachem Volumen zugriffen. Fällt sie, rückt die Trendlinie um 55 Dollar in den Blick.

Erste Hinweise, wie stark die Finanzierungsfrage auf die deutschen Zulieferer durchschlägt, liefern die Quartalszahlen von Infineon am 10. und Siemens Energy am 11. November.

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