CoreWeave, Aktie

CoreWeave Aktie: ARK kauft den Rücksetzer

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 06:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei ARK-Fonds stockten ihre kleinen CoreWeave-Positionen auf, während hohe Zinskosten und steigende Anleiherenditen die Finanzierung belasten.
Moderne Server-Rechenzentren mit leuchtenden Racks in blauem Licht als Symbol für Cloud-Computing und KI-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Während Anleihegläubiger bei CoreWeave auf Distanz gehen, greift Cathie Woods ARK zu. Zwei Fonds stockten am Montag auf, nachdem die Aktie im Oktober deutlich nachgegeben hatte. Ob daraus mehr wird als ein Stimmungssignal, hängt an der Schuldenlast.

ARK steigt mit kleinen Tranchen ein

Der ARK Innovation ETF kaufte gut 102.000 Aktien, der ARK Next Generation Internet ETF rund 30.000. In beiden Fonds macht die Position nur etwa ein Zehntelprozent des Vermögens aus. Zugleich trennte sich ARK von Palantir-Aktien.

Gekauft wurde in die Schwäche hinein. Auf Sicht von fünf Handelstagen verlor die Aktie rund 21 Prozent und schloss am Montag bei 61,12 US-Dollar. Vorbörslich ging es am Dienstag weiter abwärts, auf etwa 59,70 US-Dollar.

Die Größenordnung spricht für einen Fuß in der Tür, nicht für eine große Wette.

Der Anleihemarkt als Auslöser

Ausgelöst hatte den Rutsch der Kreditmarkt. Die Rendite der CoreWeave-Anleihe mit 9,625 Prozent Kupon und Fälligkeit 2032 stieg vor einer Woche auf rund 15 Prozent. Solche Renditen deuten auf ein erhebliches Kreditrisiko hin.

Der Grund liegt in den Zahlen zum zweiten Quartal. Der Umsatz verdoppelte sich auf 2,58 Milliarden US-Dollar. Dem bereinigten operativen Ergebnis von 128 Millionen US-Dollar standen jedoch Zinsaufwendungen von 640 Millionen US-Dollar gegenüber. Unter dem Strich blieb ein Verlust.

Als Gegengewicht verweist das Management auf einen Auftragsbestand von rund 104 Milliarden US-Dollar. CEO Michael Intrator schrieb in einem Memo an die Belegschaft, Märkte könnten irrational handeln, der Bestand decke die Schulden mehr als ab.

Gemischtes Analystenbild, schwaches Branchenumfeld

Goldman Sachs stufte CoreWeave von Neutral auf Buy hoch und setzt das Kursziel bei 106 US-Dollar an. Exane BNP Paribas bleibt bei Buy, kappte das Ziel aber von 169 auf 117 US-Dollar. Beide Werte liegen unter dem mittleren Kursziel von 138,83 US-Dollar, das sich aus 29 Analystenurteilen ergibt, 22 davon mit Kaufempfehlung.

Das Branchenumfeld hilft kaum. Gartner warnte vergangene Woche, Infrastrukturausgaben von mehr als 3,5 Billionen US-Dollar bis 2030 seien abschreibungsgefährdet, Neoclouds gehörten zu den am stärksten exponierten Anbietern.

Heute ging zudem der Börsengang des südkoreanischen KI-Infrastrukturanbieters Elice schief: Die Aktie fiel zum Debüt um 28 Prozent, trotz massiver Überzeichnung. Der australische Konkurrent Firmus legte seinen geplanten Börsengang vergangene Woche auf Eis.

Kluft zwischen Aktien und Anleihen

Auffällig ist der Widerspruch: Die Mehrheit der Analysten rät zum Kauf, Anleiheinvestoren verlangen dagegen Ausfallrisiko-Renditen. Löst sich diese Lücke auf, dürfte das kräftige Kursbewegungen auslösen, in beide Richtungen.

Der nächste Quartalsbericht zeigt, ob das operative Ergebnis mit dem Zinsaufwand Schritt hält. Bis dahin ist die Rendite der 2032er-Anleihe der schnellste Gradmesser für das Vertrauen des Kreditmarkts.

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