CoreWeave Aktie: 6-Prozent-Rückgang auf 76,76 Euro
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Spezialist für KI-Infrastruktur CoreWeave hat am Donnerstag einen deutlichen Kursrückgang hinnehmen müssen. Während das Unternehmen sein Dienstleistungsportfolio für industrielle Anwendungen massiv ausbaut und optimistische Prognosen zur Chip-Nachfrage abgibt, reagierte der Markt mit Verkäufen. Die Aktie verlor im gestrigen Handel 6,0 Prozent und schloss bei 76,76 Euro.
Expansion in die physische Künstliche Intelligenz
Im Zentrum der operativen Entwicklung steht der gestern gestartete Dienst „Physical AI Field Engineering“. CoreWeave setzt dafür auf ein Team von Ingenieuren aus den Bereichen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Mechanik, das direkt in die Entwicklungsteams der Kunden integriert wird.
Die technologische Basis bildet das Team von Monolith AI, das CoreWeave bereits im September des vergangenen Jahres übernommen hatte. Ziel des neuen Geschäftsbereichs ist es, physische Testreihen durch KI-gestützte Simulationen und Telemetriedaten zu beschleunigen.
Das Unternehmen verweist bereits auf über 100 laufende Projekte in Sektoren wie der Robotik und dem Fahrzeugbau. So nutzt etwa das Formel-1-Team von Aston Martin ein spezielles Transkriptionsmodell, das Funkkanäle des Rennstalls in weniger als 30 Sekunden auswertet.
Beim Automobilhersteller Nissan führte der Einsatz des Dienstes dazu, dass die Dauer für spezifische Kalibrierungstests auf einen einzigen Tag verkürzt werden konnte. Medienberichten zufolge lassen sich durch diese Verfahren Entwicklungszeiten in der Industrie um 17 bis 35 Prozent reduzieren.
Michael Intrator sieht ungebrochene GPU-Nachfrage
Auf einer Technologiekonferenz von Goldman Sachs unterstrich CEO Michael Intrator gestern die starke Marktposition des Unternehmens. Laut dem Firmenchef sei die Nachfrage nach Rechenkapazitäten so hoch, dass jede verfügbare GPU mehrfach verkauft werden könne.
CoreWeave hatte die Preise für neue Verträge im Juli um rund 25 Prozent angehoben. Intrator betonte dabei, dass die Preise für KI-Infrastruktur derzeit schneller steigen als die Kosten für Strom, Datenspeicher und das Deployment der Anlagen.
Trotz des aktuellen Kursrückgangs weist das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 20 Prozent auf. Dennoch notiert die Aktie weiterhin volatil, was Analysten unter anderem auf die massiven Investitionsausgaben zurückführen.
CoreWeave hob die Prognose für die Investitionen (Capex) im laufenden Jahr auf eine Spanne von 35 bis 39 Milliarden US-Dollar an. Im zweiten Quartal beliefen sich diese Ausgaben bereits auf rund 9,4 Milliarden US-Dollar, was zu einem negativen freien Cashflow führte.
Auftragsbestand wächst auf Rekordniveau
Das Fundament für das künftige Wachstum bildet ein Auftragsbestand (Backlog), der Ende Juni ein Volumen von 104,2 Milliarden US-Dollar erreichte. Dies entspricht einem Anstieg von über 240 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Zusätzliche Verpflichtungen von Kunden zum Start des dritten Quartals summieren sich auf weitere 25 Milliarden US-Dollar. Zu den größten Auftraggebern gehört Meta, mit einem im April geschlossenen Abkommen über 21 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2032.
Die Experten der Citigroup sehen das Kursziel für das Papier bei 159 US-Dollar. Auch die Analysten von Baird äußerten sich positiv und nannten ein Ziel von 130 US-Dollar. Die Marktbeobachter bewerten insbesondere die hohe Visibilität der künftigen Umsätze durch die langjährigen Verträge als Stärke, mahnen jedoch die hohe Verschuldung an.
CoreWeave sicherte sich zuletzt einen weiteren Kredit in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar, um den Ausbau der Rechenzentren zu finanzieren. Angesichts einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 42,31 Milliarden Euro bleibt die Aktie ein Schwergewicht im Bereich der spezialisierten Cloud-Anbieter für künstliche Intelligenz.
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