CoreCivic Aktie: Verkäufe füllen die Kasse
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 01:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
CoreCivic trennt sich von zwei weiteren Haftanstalten – und kassiert dafür über 700 Millionen Dollar. Zeitgleich meldet der Betreiber von Gefängnissen und Abschiebeeinrichtungen robuste Quartalszahlen und erweitert sein Aktienrückkaufprogramm deutlich. Was nach reiner Portfolio-Bereinigung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als durchdachte Kapitalstrategie.
Zwei Haftanstalten wechseln den Besitzer
CoreCivic hat den Verkauf der Prairie Correctional Facility in Minnesota und des Midwest Regional Reception Center in Kansas an das US-Heimatschutzministerium abgeschlossen. Der Bruttoerlös liegt bei 734,0 Millionen Dollar. Nach Steuern und Transaktionskosten bleiben dem Unternehmen netto rund 522,5 Millionen Dollar.
Es ist bereits die zweite Verkaufsrunde binnen weniger Wochen – zuvor hatte CoreCivic schon zwei Einrichtungen in Kalifornien veräußert. Beide neu verkauften Anlagen bleiben vorerst unter bestehenden Managementverträgen mit der Einwanderungsbehörde ICE in Betrieb, die Laufzeiten reichen bis August 2031 beziehungsweise September 2027. Eine Garantie für die Fortführung gibt es allerdings nicht: ICE kann solche Verträge grundsätzlich jederzeit kündigen. Nach den Transaktionen kontrolliert CoreCivic noch 61 Einrichtungen mit rund 67.000 Betten im Eigenbestand oder über Langzeitpachten, hinzu kommen acht extern verwaltete Anlagen. Nach Unternehmensangaben laufen bereits erste, noch unverbindliche Gespräche mit ICE über mögliche weitere Verkäufe.
Umsatz zieht deutlich an, Gewinn bleibt hinter dem Vorjahr zurück
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 27,3 Prozent auf 684,9 Millionen Dollar. Der Nettogewinn fiel dagegen leicht auf 37,1 Millionen Dollar, ein Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das verwässerte Ergebnis je Aktie legte trotzdem auf 0,37 Dollar zu, das bereinigte EPS auf 0,38 Dollar.
Der operative Cashflow-Indikator Normalized FFO stieg um 8,5 Prozent auf 0,64 Dollar je Aktie, das bereinigte EBITDA um 5,9 Prozent auf 109,4 Millionen Dollar. CEO Patrick Swindle führte die Stärke des Quartals auf niedrigere Betriebskosten und eine leicht höhere Belegung durch ICE-Häftlinge zurück.
Rückkaufprogramm wächst um 500 Millionen Dollar
Der Vorstand hat die Ermächtigung für Aktienrückkäufe um 500 Millionen Dollar aufgestockt. Die Mittel aus den Facility-Verkäufen sollen laut Unternehmen für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt werden – dazu zählen ausdrücklich Schuldenabbau und der Rückkauf eigener Aktien. Die Kombination aus Immobilienverkäufen, wachsendem Rückkaufvolumen und operativer Stärke zeichnet das Bild eines Unternehmens, das seine Bilanz aktiv umbaut, während die Nachfrage nach Haftkapazitäten hoch bleibt.
Sollten die laufenden Gespräche mit ICE über weitere Anlagenverkäufe konkret werden, dürfte sich das Muster aus dieser Woche fortsetzen: Verkaufserlöse fließen in Rückkäufe und Schuldenabbau, während CoreCivic die verbleibenden Einrichtungen weiter im Auftrag der Bundesbehörde betreibt.
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