Copart, Aktie

Copart Aktie: Kartellprüfung verzögert ACV-Übernahme

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 05:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die US-Prüffrist läuft nun bis zum 13. Oktober 2026; drei Aktionärsklagen richten sich gegen den geplanten Zusammenschluss.

Fotorealistischer Blick auf riesigen Salvage-Auktionshof von Copart Inc
Copart Inc. betreibt riesigen Lagerplatz mit Tausenden Unfallfahrzeugen bei goldenem Abendlicht US2172041061 Illustration mit AI erstellt.

Bei der geplanten Übernahme des US-Gebrauchtwagenvermarkters ACV Auctions gerät der Zeitplan ins Stocken. Copart hat am Dienstag die kartellrechtliche Mitteilung für den Zusammenschluss bei den US-Behörden neu eingereicht. Durch diesen verfahrensrechtlichen Schritt verlängert sich die Prüffrist der Regulierungsbehörden. Gleichzeitig sieht sich das Vorhaben mit juristischem Gegenwind von Investorenseite konfrontiert.

Kartellrechtliche Wartefrist und Aktionärsklagen

Die Neuanmeldung nach den Vorgaben des US-amerikanischen Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act verschiebt das erwartete Auslaufen der gesetzlichen Wartefrist auf den 13. Oktober 2026. Damit verschafft das Unternehmen der zuständigen Behörde zusätzliche Zeit, um die Marktverhältnisse im Vorfeld des Milliardengeschäfts zu prüfen.

Zugleich enthüllte die behördliche Pflichtmitteilung drei Klagen von Aktionären. Die eingereichten Klageschriften zielen unter anderem darauf ab, den Vollzug der Übernahme auf gerichtlichem Weg durch eine einstweilige Verfügung zu untersagen. Solche Verfahren stellen bei umfangreicheren Übernahmeangeboten in den USA zwar keine Seltenheit dar, erhöhen jedoch die Unsicherheit über den weiteren Ablauf und können zusätzliche Zugeständnisse erzwingen.

Konditionen des Übernahmeangebots

Copart hatte das Barangebot vor gut drei Wochen über die hundertprozentige Unternehmenstochter Apple Merger Sub gestartet. Für jede ausstehende Aktie von ACV Auctions bietet der Konzern 10,50 $ in bar. Daraus errechnet sich ein gesamtes Transaktionsvolumen von rund 1,9 Milliarden $.

Nach den ursprünglichen Einreichungen von ACV Auctions war das Übernahmeangebot zunächst bis zum gestrigen Mittwoch um 23:59 Uhr US-Ostküstenzeit befristet, sofern es nicht verlängert wird. Angesichts der verlängerten kartellrechtlichen Frist bis Mitte Oktober dürfte der Abschluss nun mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die Parteien bei der Einleitung des Verfahrens avisiert hatten.

Marktskepsis und Druck auf die Notierung

Am Markt wurde die Barofferte bereits bei ihrer Ankündigung mit Skepsis aufgenommen. Investoren sorgten sich vor allem um die erhebliche Kapitalbindung sowie um operative Risiken bei der Integration des Zukaufs. Diese Bedenken fielen mit einer operativen Schwächephase zusammen, nachdem Copart zuvor die Markterwartungen an das Quartalsergebnis verfehlt hatte und das Bankhaus HSBC die Einstufung gesenkt hatte.

Die Aktie notiert weiter nahe ihrem Jahrestief. Gestern schloss das Papier im europäischen Handel bei 24,10 € und lag damit lediglich 2,1 % über dem 52-Wochen-Tief von 23,60 €. Seit Jahresanfang beläuft sich der Kursverlust auf 28 %. Solange weder die kartellrechtliche Freigabe noch Klarheit über die anhängigen Klagen vorliegen, dürften die Vollzugsrisiken des Deals den Handlungsspielraum des Titels begrenzen.

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