Constellation Energy Aktie: FERC setzt PJM-Auktion aus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 02:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die regulatorische Hängepartie im größten US-Stromnetz beschleunigt den Trend zu direkten Vereinbarungen zwischen Technologiekonzernen und Kraftwerksbetreibern. Nachdem die Aufsichtsbehörde FERC die Beschaffungsauktion des Netzbetreibers PJM Interconnection am 29. September für fünf Monate aussetzte, fehlen dem System für den anstehenden Zyklus rund 6,8 Gigawatt an gesicherter Leistung.
Der Netzbetreiber deckt ein Versorgungsgebiet mit 67 Millionen Menschen in 13 US-Bundesstaaten ab. Angesichts der Verzögerungen bei offiziellen Netzauktionen greift zunehmend der PJM-Ansatz, wonach große Verbraucher eigene Energiekapazitäten in das Netz einbringen sollen. Betreiber grundlastfähiger Nuklearanlagen gewinnen dadurch zusätzliche Verhandlungsmacht gegenüber den Betreibern energieintensiver Rechenzentren.
Bilaterale Vereinbarungen stützen Kapazitätsausbau
Vor diesem Hintergrund forciert Constellation Energy umfangreiche Modernisierungen seiner Bestandsflotte. Das Unternehmen veranschlagt Investitionen von mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar in Leistungserhöhungen, um dem PJM-Netz zusätzliche 890 Megawatt an Erzeugungskapazität zuzuführen.
Im Rahmen eines langfristigen Stromabnahmevertrags sichert sich Google die zusätzlichen Kapazitäten über eine Laufzeit von zwei Jahrzehnten. Flankiert wird das Vorhaben durch den Einsatz von Google Cloud und Gemini Enterprise zur Optimierung des Kraftwerksbetriebs.
Die Vereinbarungen zeigen, dass Hyperscaler bereit sind, Milliardeninvestitionen in die Modernisierung bestehender Reaktoren abzusichern, um sich langfristige Strommengen zu garantieren.
Wachsender Bedarf der Rechenzentren
Die Nachfrage beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Projekt. Zusammen mit weiteren Vorhaben summiert sich der geplante Leistungszuwachs bei Constellation auf knapp 1,1 Gigawatt.
Analystin Sophie Karp von KeyBanc wertete derartige Großabschlüsse als Bestätigung für das Geschäftsmodell. Das weitere Wachstum von Constellation hänge maßgeblich von solchen eigenständigen kommerziellen Verträgen ab, da die Betreiber von Rechenzentren auf verlässliche Einspeisung angewiesen bleiben.
Kurs erholt sich im Wochentakt
An den Finanzmärkten sorgte die Dynamik bei den bilateralen Verträgen für eine deutliche Gegenbewegung. Im deutschen Handel schloss das Papier gestern bei 267,55 Euro, was einem Zuwachs von 16 Prozent über sieben Tage entspricht. Trotz dieses jüngsten Kursanstiegs notiert die Aktie weiterhin 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
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