Coinbase Aktie: Zweite Irland-Strafe
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:19 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie irische Zentralbank hat Coinbase binnen weniger Monate ein zweites Mal sanktioniert. Diesmal geht es um den Schutz von Kundengeldern, und die Vorwürfe reichen weit zurück.
Mängel bei der Verwahrung
Die Tochter Coinbase Ireland soll 3.252.618 Euro zahlen. Sie verstieß nach Feststellung der Behörde zwischen November 2020 und August 2025 gegen Vorgaben zu Sicherung und Auslagerung von Prozessen. Ursprünglich lag die Strafe bei rund 4,6 Millionen Euro. Der Vergleich, den das Unternehmen am 21. Oktober mit der Aufsicht schloss, brachte einen Abschlag von 30 Prozent.
Das Geldinstitut für E-Geld gab die Verstöße zu. Die Behörde nennt drei zentrale Schwächen:
- zu starke Abhängigkeit von der US-Muttergesellschaft bei den Sicherungsprozessen
- zu wenig lokale Expertise, um den Schutz der Kundengelder zu überwachen
- ein über lange Zeit unterfinanziertes Sicherungskonto
Hinzu kamen Mängel bei den internen Kontrollen. Wesentliche Änderungen meldete die Firma nicht an die Aufsicht. Enforcement-Direktorin Karen O'Leary sprach von "null Toleranz" bei Schwächen in diesem Bereich und nannte den Bruch von Zusagen aus dem Zulassungsverfahren "völlig inakzeptabel". Die Sanktion braucht noch die Bestätigung des irischen High Court.
Irland als Schwachstelle
Schon im Mai hatte die Zentralbank die Schwestergesellschaft Coinbase Europe mit 21,5 Millionen Euro belegt, damals wegen Mängeln bei der Geldwäscheprävention. Die Summe von jetzt fällt dagegen gering aus. Ins Gewicht fällt eher das Muster.
Coinbase nutzt Irland als zentralen EU-Standort. Dort sicherte sich der Konzern vor dem Brexit eine E-Geld-Lizenz und später die MiCA-Lizenz, mit der er seine Dienste in der gesamten Union anbieten darf.
Diese Abhängigkeit von einem einzigen Land birgt Risiken, zumal die irischen Aufseher signalisieren, Firmen an ihre Zusagen beim Markteintritt zu binden. Parallel baut Coinbase sein Europa-Geschäft aus und hat zuletzt Krypto-Futures für Händler der Region eingeführt.
Rückenwind aus dem Risikokapital
Aus anderer Richtung kommt eine Nachricht, die die Branche beschäftigt. Der Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz benennt seinen Krypto-Fonds in "a16z Frontier" um und öffnet ihn für KI und andere Zukunftstechnologien. Coinbase zählt zu den prominenten Beteiligungen des Hauses, ebenso Solana und Uniswap.
Die Firma betont, weiter in Krypto zu investieren und für vernünftige Regulierung einzutreten. Chris Dixon, der das Team leitet, argumentiert, Blockchains seien in alltäglichen Produkten in den Hintergrund getreten. Das Etikett "Krypto" verliere an Bedeutung. Marktbeobachter könnten die Umbenennung als Hinweis lesen, wohin das nächste Kapital fließt.
Für Coinbase bleibt kurzfristig die Gerichtsbestätigung der irischen Strafe der konkrete Termin. Einen Zeitpunkt dafür nennt die Aufsicht nicht.
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