Coinbase Aktie: Wahlkampf mit Ansage
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Clarity Act ist im Senat gescheitert, doch die Krypto-Branche gibt nicht auf. Sie verlegt den Kampf um ihre Regeln nun in den Wahlkampf. Stand With Crypto, die von Coinbase 2023 gegründete Lobbygruppe, hat ihre ersten Senatsempfehlungen für die Midterms ausgesprochen.
Ohio als Schlüsselrennen
Im Mittelpunkt steht Ohio. Die Gruppe unterstützt den Republikaner Jon Husted gegen Sherrod Brown, den früheren Vorsitzenden des Bankenausschusses und langjährigen Krypto-Kritiker. Gewinnt Brown, könnte er erneut in einem Gremium sitzen, das die Branchenregeln schreibt. Deshalb gilt das Rennen als wichtiger als die beiden anderen Senatsduelle zusammen.
Diese führen nach Iowa und New Hampshire. Dort empfiehlt die Gruppe die Republikanerin Ashley Hinson und den Demokraten Chris Pappas. Parteizugehörigkeit spiele keine Rolle, betont die Organisation, entscheidend sei die Haltung zu Krypto. Auf Seiten des Repräsentantenhauses stehen zwei weitere Kandidaten auf der Liste, Werbung ist in sechs Rennen geplant.
Viel Geld im Hintergrund
Stand With Crypto spendet nicht selbst. Die Gruppe bewertet Kandidaten und mobilisiert Wähler, nach eigenen Angaben stehen drei Millionen Unterstützer bereit. Gut bewertete Bewerber ziehen allerdings häufig Geld aus krypto-nahen Wahlkampfkomitees an. Das Fairshake PAC startete jüngst eine Kampagne über 30 Millionen Dollar gegen Brown. Die gesamten politischen Krypto-Ausgaben dieses Zyklus nähern sich 200 Millionen Dollar.
Bemerkenswert ist die parteiübergreifende Strategie. Der Clarity Act scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen, alle Demokraten votierten dagegen, auch wegen Bedenken über Trumps eigene Krypto-Geschäfte. Dennoch setzt die Gruppe auch auf Demokraten. Marktbeobachter dürften das als Versuch werten, die Mehrheiten im Senat breiter aufzustellen.
Für Coinbase geht es um regulatorische Klarheit, die das Geschäft direkt betrifft. Parallel dazu hat die US-Börsenaufsicht SEC im September mit einer auf fünf Jahre angelegten „Innovation Exemption" den Handel tokenisierter Aktien auf öffentlichen Blockchains erlaubt. Das eröffnet Plattformen wie Coinbase neue Geschäftsfelder, unabhängig vom Gesetzgebungsprozess.
Die Wahl im November entscheidet, ob ein neuer Anlauf für ein Marktstrukturgesetz bessere Chancen hat. Ohio liefert dabei das Signal, auf das die Branche am meisten schaut.
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