Coinbase Aktie: 359,5-Millionen-Verlust im Q2
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Kryptobörsenbetreiber Coinbase hat am vergangenen Wochenende Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die am Markt für erhebliche Verkäufe sorgten. Trotz eines neuen Rekords beim weltweiten Marktanteil belasteten ein deutlicher Umsatzrückgang und ein unerwartet hoher Nettoverlust die Stimmung der Anleger. Am Freitag verzeichnete das Papier einen Rückgang von 10,51 Prozent und schloss bei 127,00 Euro.
Drittes defizitäres Quartal in Folge
Coinbase wies für das abgelaufene Quartal einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar aus, was einem Minus von 1,36 US-Dollar pro Aktie entspricht. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich, die lediglich mit einem Verlust von 0,17 US-Dollar pro Aktie gerechnet hatten. Im Vorjahreszeitraum hatte die Börse noch einen Gewinn von 1,43 Milliarden US-Dollar erzielt. Es handelt sich um das dritte Quartal in Folge, in dem das Unternehmen rote Zahlen schreibt.
Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr von 1,5 Milliarden auf 1,22 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Grund für das negative Ergebnis war eine Abschreibung auf Krypto-Vermögenswerte in Höhe von 209,5 Millionen US-Dollar. Dennoch betonte das Management, dass das bereinigte EBITDA mit 208 Millionen US-Dollar das 14. Quartal in Folge im positiven Bereich lag. Durch den jüngsten Kurssturz hat sich die Aktie weiter von früheren Höchstständen entfernt; der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt aktuell -62,03 Prozent.
Diversifizierung dämpft das Handelsminus
Operativ gelang es Coinbase, seinen globalen Marktanteil am Krypto-Handelsvolumen auf den Rekordwert von 10,3 Prozent zu steigern. Dies markiert den dritten Zuwachs in Folge, obwohl das gesamte Spot-Handelsvolumen der Branche um rund ein Viertel zurückging. Besonders deutlich zeigt sich der strategische Umbau des Geschäftsmodells: Nur noch 12 Prozent des Nettoumsatzes stammen aus dem klassischen Bitcoin-Spot-Handel. Insgesamt werden 88 Prozent der Erlöse außerhalb dieses Segments generiert.
Die Erlöse aus Abonnements und Dienstleistungen beliefen sich auf 555 Millionen US-Dollar und machen mittlerweile 48 Prozent des Nettoumsatzes aus. Ein Wachstumstreiber waren die sogenannten Prediction Markets, deren Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 106 Prozent stieg und auf annualisierter Basis nun über 100 Millionen US-Dollar liegt. Die Einnahmen aus Stablecoins sanken hingegen leicht um 6 Prozent auf 292 Millionen US-Dollar, während das verwaltete Volumen an USDC im Schnitt bei 20 Milliarden US-Dollar lag.
Führungswechsel und Stellenabbau
Parallel zu den Geschäftszahlen gab Coinbase strukturelle Veränderungen bekannt. Das Unternehmen reduziert seine Belegschaft um 14 Prozent auf 4.321 Mitarbeiter, um sich stärker als „AI-native“ Organisation aufzustellen. Von den Kürzungen ist insbesondere die Wachstumsabteilung im asiatisch-pazifischen Raum betroffen. Zudem gab es einen Wechsel in der Rechtsabteilung: Der bisherige Chefjurist Paul Grewal wechselte am Freitag in eine beratende Rolle. Molly Abraham übernimmt die Position des General Counsel.
Die Reaktionen der Analystenhäuser fielen gemischt aus. Während die Experten von JPMorgan ihr Kursziel auf 148 US-Dollar senkten und auf die schwierigen Marktbedingungen verwiesen, bewertete das Analysehaus William Blair die Zahlen positiver. Dort wird die Diversifizierung des Geschäfts in Richtung Derivate und Stablecoins als langfristig tragfähig angesehen, weshalb die Experten den Kursrückgang als Kaufgelegenheit einstufen. Trotz dieser Zuversicht lasten makroökonomische Faktoren wie die Zinspolitik der Fed und Abflüsse aus Krypto-ETFs weiterhin auf dem Sektor.
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