Coeur Mining Aktie: Zweite Jahreshälfte soll's richten
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Produktion steht, die Integration läuft, aber der Beweis steht noch aus. Coeur Mining stellt 2026 als Übergangsjahr dar, in dem sich zwei Jahre Zukäufe und Investitionen erstmals in Zahlen niederschlagen sollen. Das Management setzt dabei klar auf die zweite Jahreshälfte.
Gesenkte Ziele, starke Cashflows
Nach der Übernahme von New Gold, die Ende März vollzogen wurde, kappte der Konzern mit den Q2-Zahlen seine Jahresprognosen. Die Goldproduktion soll nun bei 630.000 bis 750.000 Unzen liegen, zuvor waren es bis zu 815.000. Die Kupferziele sanken auf 40 bis 50 Millionen Pfund.
Auch die Finanzziele wanderten nach unten: Das bereinigte EBITDA soll bei 2,3 Milliarden Dollar liegen statt bei 3 Milliarden. Beim freien Cashflow peilt das Unternehmen nun rund 1,5 Milliarden Dollar an. Die Silberprognose blieb unverändert.
Im zweiten Quartal verbesserte sich der freie Cashflow auf 387,5 Millionen Dollar, nach 266,8 Millionen im ersten. Die Richtung stimmt also.
Der Vorstandschef spricht von kurzfristigen Anpassungen, um erreichbare Ziele zu setzen. An der langfristigen Sicht ändere das nichts. Nach eigener Aussage ist er sogar zuversichtlicher als während der Prüfung der Übernahme.
Was die zweite Jahreshälfte tragen soll
Mehrere Hebel greifen erst jetzt. In der New-Afton-Mine in British Columbia läuft die C-Zone an, in Rainy River in Ontario wächst der Untertagebetrieb bis Jahresende auf 5.000 Tonnen pro Tag. Rochester in Nevada profitiert von einer erweiterten Laugungsfläche, Wharf in South Dakota von fertiggestellten Brecherprojekten.
Die längerfristigen Optionen sind beachtlich. Die K-Zone bei New Afton wurde um 300 Meter erweitert und könnte die Laufzeit der Mine in die 2040er Jahre tragen. Bei Silvertip soll bis Jahresende eine Vormachbarkeitsstudie vorliegen.
Für 2027 erwartet das Management mehr, weil New Gold dann zwölf Monate beiträgt. Der freie Cashflow soll dauerhaft über 1,5 Milliarden Dollar bleiben, sofern Metallpreise und Betrieb mitspielen.
Kapitalrückflüsse und Chartbild
Seit Mai läuft ein Rückkaufprogramm über 750 Millionen Dollar, rund 220 Millionen davon sind bereits eingesetzt. Zugleich will der Konzern Liquidität aufbauen, um im nächsten Abschwung zukaufen zu können. Geografisch bleibt der Fokus auf Nordamerika.
Charttechnisch nähert sich die Aktie einer zentralen Unterstützungszone zwischen 15 und 17,50 Dollar. Erholungsversuche hätten Platz bis etwa 22,50 Dollar. Gold und Silber gelten nach der jüngsten Korrektur als überverkauft, ein Rückgang der Anleiherenditen könnte den Auslöser für eine Erholung liefern. Die Ergebnisse der Produktionsanläufe bei New Afton und Rainy River werden sich spätestens in den Zahlen zum Jahresende zeigen.
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