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CME Group Aktie: Rückzug beim Ölkontrakt

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz des vorläufigen Rückzugs vom neuen Rohölprodukt meldete CME Group im dritten Quartal ein Rekordvolumen von 29,4 Millionen Kontrakten.

Pop-Art-Comic Illustration von Börsenhändlern mit Sprechblasen und halbtonierten Farben
CME Group Inc. Pop-Art-Comic mit Börsenhändlern in bunten Farben, ISIN US12572Q1058 als Comic-Szene dargestellt Illustration mit AI erstellt.

CME Group zieht beim geplanten 24/7-Handel mit Rohöl die Notbremse. Die Börse setzt den Start eines neuen Terminkontrakts über zehn Barrel aus und nimmt den entsprechenden Antrag zurück. Zugleich übt Konzernchef Terry Duffy Kritik an der Aufsicht.

Warum der Kontrakt vorerst verschwindet

Das Produkt sollte eine regulierte Alternative zu Ölkontrakten bieten, die andere Plattformen rund um die Uhr anbieten. Duffy nennt dabei Prognosemärkte in den USA und Offshore-Perpetuals. Letztere sind für US-Teilnehmer illegal, lassen sich aber per VPN erreichen. Gehandelt werden sie laut Duffy vor allem von Privatanlegern.

Den Rückzieher begründet er mit Gesprächen mit Marktteilnehmern. Wichtige Gruppen fürchteten unbeabsichtigte Folgen, wenn der Energiehandel ohne weitere Prüfung auf 24/7 umgestellt werde. Das könnte zusätzliche Risiken in den Markt tragen. Die Rücknahme gilt ausdrücklich „zum jetzigen Zeitpunkt“.

Duffy richtet zudem einen Appell an die Aufsichtsbehörde CFTC. Sie solle die aus seiner Sicht bestehende Ungleichbehandlung beseitigen und gleiche Wettbewerbsbedingungen herstellen. Alle Derivate müssten die Vorgaben des Commodity Exchange Act erfüllen. Die Börse sieht sich also im Nachteil, weil sie als regulierter Anbieter strengere Regeln befolgt als manche Konkurrenten.

Rekordvolumen im Hintergrund

Das operative Geschäft läuft derweil stark. Im September erreichte das durchschnittliche Tagesvolumen 31,8 Millionen Kontrakte, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Für das dritte Quartal steht ein Rekord von 29,4 Millionen Kontrakten zu Buche, 16 Prozent mehr als zuvor.

Getragen wird das Wachstum von den Zinsprodukten. Futures und Optionen auf US-Staatsanleihen legten im September um 42 Prozent zu. Auch Aktienindizes, Agrarprodukte und Devisen wuchsen zweistellig.

Im Energiesegment fällt vor allem ein Produkt auf: Micro-WTI-Rohöl-Futures verzeichneten im September ein Volumenplus von 376 Prozent auf 240.000 Kontrakte. Die Nachfrage nach kleinteiligen Ölprodukten ist also vorhanden. Das erklärt, warum CME den Markt mit einem 24/7-Angebot adressieren wollte.

Der Rückzug dürfte die Rekordzahlen kaum schmälern, da der Kontrakt noch gar nicht gestartet war. Ob und wann die Börse einen neuen Anlauf unternimmt, hängt nach Duffys Worten davon ab, ob die CFTC auf seinen Appell eingeht. Ein Termin dafür wurde nicht genannt.

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