Cloudflare Aktie: Neue Regeln fürs Crawlen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 04:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cloudflare zieht eine klare Linie zwischen Suchmaschinen und KI-Training. Ab heute können Website-Betreiber erstmals getrennt festlegen, ob ihre Inhalte für Suchergebnisse, für das Training von KI-Modellen oder für KI-Agenten zugänglich sind. Bisher war das ein Alles-oder-Nichts-Spiel — wer das Training verweigerte, verschwand oft auch aus der Suche.
Drei Schalter statt einem
Das Unternehmen ersetzt seine bisherige Funktion "Block AI Bots" durch drei unabhängige Kontrollen: eine für Suche, eine für KI-Training, eine für KI-Agenten. Für neue Websites schlägt Cloudflare passende Voreinstellungen vor, je nach Geschäftsmodell.
Werbefinanzierte Seiten erhalten standardmäßig aktives Suche-Crawling, blockiertes KI-Training und gesperrte KI-Agenten auf Werbeflächen. Alle anderen Seiten lassen laut Empfehlung sämtliche drei Zugriffsarten zu.
Kern der Neuerung ist die "Accountable"-Kennzeichnung für sogenannte Mixed-Use-Crawler — also Bots, die Inhalte gleichzeitig für Suchindizes und KI-Training sammeln. Diese Kategorie ist mittlerweile die größte im Cloudflare-Netzwerk: 36,6 Prozent des verifizierten Crawler-Traffics entfallen darauf.
Apple, Google und Microsoft haben laut Cloudflare bereits nachgewiesen, dass ihre Crawler die geforderten Transparenzkriterien erfüllen, oder konkrete Fristen dafür genannt.
Die Zahlen zeigen, worum es eigentlich geht: Weniger als ein Prozent der Website-Betreiber wollen aus Suchergebnissen verschwinden, aber 17 Prozent wollen ihre Inhalte vom KI-Training fernhalten. Genau diese Lücke schließt die neue Funktion "Disallow AI Training".
Nächster Schritt: KI-Zusammenfassungen
CEO Matthew Prince ordnet den Schritt als Versuch ein, die Offenheit des klassischen Webs zu bewahren und gleichzeitig Kontrolle über die KI-Nutzung zu schaffen. Als nächstes rückt aus Sicht von Cloudflare das Thema KI-generierte Suchzusammenfassungen in den Fokus. Jeder als "Accountable" eingestufte Betreiber muss Website-Besitzern eine Opt-out-Möglichkeit dafür bieten — aktuell nur als pauschale Ja-Nein-Entscheidung.
Cloudflare bringt sich zudem in die Standardisierungsarbeit der Internet Engineering Task Force ein, konkret bei der Spezifikation "ai-prefs", die Website-Betreibern eine einheitliche, übertragbare Möglichkeit geben soll, ihre KI-Zugriffspräferenzen auszudrücken.
Bis Anfang 2027 will Cloudflare Website-Betreibern erlauben, an einer zentralen Stelle granular festzulegen, wie viel ihrer Inhalte in KI-Zusammenfassungen einfließt — statt der bisherigen Alles-oder-Nichts-Entscheidung pro Anbieter.
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