Cleveland-Cliffs Aktie: 4-Milliarden-Ausblick treibt Kurs
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Gewinnsprung im dritten Quartal, dazu eine Ansage für 2027, die den Markt überrascht: Cleveland-Cliffs hat mit seinen Zahlen die Erwartungen übertroffen. Die Aktie legte zeitweise mehr als 15 Prozent zu und handelte im Tagesverlauf bei rund 14 Dollar.
Das stärkste Quartal seit drei Jahren
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,28 Dollar, Analysten hatten mit 0,22 Dollar gerechnet. Das bereinigte EBITDA erreichte 612 Millionen Dollar und übertraf die eigene Prognose von 575 Millionen. Im zweiten Quartal waren es noch 286 Millionen. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 165 Millionen Dollar, nach einem Verlust im Vorquartal.
Schwächer fiel der Umsatz aus: Die 5,6 Milliarden Dollar blieben knapp unter den erwarteten 5,71 Milliarden. Konzernchef Lourenco Goncalves verwies auf höhere Verkaufspreise, mehr Volumen und sinkende Stückkosten.
Der Ausblick sorgt für die Kursbewegung
Der eigentliche Treiber ist die Prognose. Für das vierte Quartal peilt das Management ein bereinigtes EBITDA von rund 715 Millionen Dollar an, der Markt hatte etwa 695 Millionen erwartet. Für 2027 stellt Cliffs mehr als 4 Milliarden Dollar in Aussicht.
Die Summe der bisherigen Konsensschätzungen lag bei etwa 2,6 Milliarden, die Ansage liegt also rund 50 Prozent darüber. Das Management begründet sie mit neu unterzeichneten Kundenverträgen und aktuellen Preisprognosen.
Goncalves sieht ein stützendes Handelsumfeld: Importe liegen deutlich unter historischen Niveaus, die Lieferzeiten sind lang. Bei der kanadischen Tochter Stelco läuft es besser, im Warmbandgeschäft trägt sie nun positiv zum EBITDA bei. Die Verzinkungslinien legt Cliffs wegen eines überversorgten Marktes in Kanada allerdings auf unbestimmte Zeit still. Die Produktionsmenge soll konstant bleiben, rund 2.000 Jobs sollen erhalten bleiben.
Auch die Bilanz bessert sich. Die Liquidität beträgt 3,2 Milliarden Dollar, im vierten Quartal erwartet das Unternehmen dank Immobilienverkäufen eine deutliche Schuldenreduktion. Das Verschuldungsziel von unter 2,5 (Nettoschulden zu EBITDA) soll bis Mitte 2027 erreicht werden.
Optionsmarkt setzt auf Aufwärtsbewegung
Am Optionsmarkt dominierten Calls mit rund 69 Prozent des Handelsvolumens. Größter Einzeltrade war ein Dreifach-Collar mit Strikes bei 17, 11 und 25 Dollar. Auffällig sind zudem Käufe von Calls mit 25 Dollar Strike, die als neue Positionen gelten. Die implizite Volatilität sank, weil die Unsicherheit vor den Zahlen entfallen ist.
Die Analysten bleiben vorsichtig. Wells Fargo hob auf "Overweight" mit einem Kursziel von 14 Dollar, Jefferies bleibt bei "Hold" und ebenfalls 14 Dollar. Barclays belässt es bei "Underweight" und erhöhte das Ziel auf 11 Dollar. Der Kurs notiert damit auf oder über etlichen Zielen.
Technisch rückt das 52-Wochen-Hoch von 16,70 Dollar in den Blick. Als Unterstützung gilt die 200-Wochen-Linie bei 13,74 Dollar. Fällt die Aktie zurück Richtung 12 bis 12,50 Dollar, wäre der Kurssprung weitgehend wieder abgegeben.
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