CleanSpark Aktie: KBW stuft wegen Texas-Politik herab
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deKeefe, Bruyette & Woods hat CleanSpark gestern von „Outperform“ auf „Market Perform“ herabgestuft. Ausschlaggebend war die ablehnende Haltung der designierten texanischen Gouverneurin Gina Hinojosa gegenüber neuen Rechenzentren. Damit rückt für Anleger die Frage in den Mittelpunkt, wie wahrscheinlich Mietverträge für die Standorte Sealy und Brazoria tatsächlich sind.
Geringere Erwartungen an Mietverträge
Das Analysehaus senkte seine geschätzte Wahrscheinlichkeit für den Abschluss von Mietverträgen in Sealy und für die erste Phase in Brazoria auf 50%. Zuvor hatte die Einschätzung bei 65% gelegen. Diese vorsichtigere Bewertung begleitete die Herabstufung der Aktie.
Dabei ist die Unterscheidung zwischen politischer Position und konkretem Projektausgang entscheidend. Hinojosas erklärte Ablehnung neuer Rechenzentren ist der Anlass für die veränderte Analysteneinschätzung. Die reduzierte Wahrscheinlichkeit ist jedoch eine Schätzung des Analysehauses und keine Entscheidung über die genannten Standorte. Daraus lässt sich weder eine Absage noch ein gesicherter Vertragsabschluss ableiten.
Parallel senkte Keefe, Bruyette & Woods das Kursziel von 11,50 $ auf 9,50 $. Das Haus nahm damit sowohl seine Einstufung als auch seine Zielmarke zurück.
Für Anleger liegt die wesentliche Aussage deshalb nicht allein im niedrigeren Kursziel. Das Analysehaus bewertet die Aussicht auf Mietverträge vorsichtiger und verbindet diese Neubewertung mit einem zurückhaltenderen Anlageurteil. Die politische Haltung in Texas erhält dadurch unmittelbares Gewicht in der Bewertung von CleanSpark.
Bernstein bleibt trotz Kürzung optimistisch
Auch Bernstein reduzierte gestern sein Kursziel deutlich: von 24 $ auf 11 $. Anders als Keefe, Bruyette & Woods hielt das Haus jedoch an der Einstufung „Outperform“ fest.
Die beiden Analystenaktionen weisen damit bei den Kurszielen in dieselbe Richtung, unterscheiden sich aber im abschließenden Urteil. Bernstein verbindet die niedrigere Zielmarke weiterhin mit einer positiven Einstufung. Keefe, Bruyette & Woods zog dagegen zusätzlich die Konsequenz einer Herabstufung.
Eine pauschale Abkehr der Analysten von CleanSpark lässt sich daraus nicht ableiten. Ebenso wenig wäre es angemessen, die unveränderte Bernstein-Einstufung mit unveränderten Erwartungen gleichzusetzen. Die erhebliche Kürzung des Kursziels spricht gerade dagegen.
Entscheidend ist nun die Trennung zwischen erhofften Vertragsabschlüssen und deren geschätzter Wahrscheinlichkeit. Die Texas-Debatte betrifft bislang die Bewertung dieser Aussichten. Für die Einordnung der Aktie wiegt deshalb die Entwicklung an den genannten Standorten schwerer als der isolierte Blick auf eine einzelne Kurszielmarke.
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