Circle, Aktie

Circle Aktie: Tereina bindet Stablecoins in SAP ein

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 17:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die SAP-Anbindung startet mit Testläufen; Circle meldete zudem einen Aktienverkauf des CEOs und veröffentlicht Quartalszahlen am 4. November.

Circle integriert USDC und EURC in SAP-Finanzprozesse für Unternehmen
Abstrakte Darstellung digitaler Finanznetzwerke und Blockchain-Integration in Unternehmenssoftware. Illustration mit AI erstellt.

Der Stablecoin-Emittent Circle treibt die Verankerung seiner digitalen Währungen im traditionellen Firmenkundengeschäft voran. Gemeinsam mit dem SAP-gestützten Partner Tereina kündigte das Unternehmen an, USDC und EURC direkt in Finanzprozesse von SAP einzubinden. Über SAP Cloud ERP und SAP Pay sollen Unternehmen künftig Zahlungen in Dollar- und Euro-Stablecoins innerhalb ihrer gewohnten Buchhaltungssoftware abwickeln können.

Integration in bestehende Unternehmenssoftware

Die Partnerschaft zielt darauf ab, digitale Währungen ohne zusätzliche Infrastruktur in bestehende Abrechnungsabläufe zu integrieren. USDC ist dabei für Transaktionen im US-Dollar-Raum vorgesehen, während EURC Überweisungen in Euro abdecken soll.

Für den anfänglichen Zahlungsfluss fungiert das kürzlich gestartete Blockchain-Netzwerk Arc als bevorzugte Plattform. In den kommenden Monaten sind gemeinsame Pilotprogramme mit Kunden sowie Schulungen für betriebliche Treasury-Abteilungen angesetzt.

Durch die Schnittstelle erschließt sich Circle ein bedeutendes Vertriebsumfeld im Firmenkundensegment. Nach Angaben der Beteiligten wickeln Unternehmen über das SAP-Ökosystem rund 84 Prozent des weltweiten Handels ab. Bislang handelt es sich bei den Vereinbarungen jedoch um Testläufe. Feste Termine für den vollständigen kommerziellen Rollout und konkrete Transaktionsvolumina nannten die Partner noch nicht.

Insiderverkäufe und Quartalstermin im Blick

Parallel zu den operativen Expansionsschritten trennte sich Unternehmenschef Jeremy Allaire von einem Teil seiner Anteile. Laut Pflichtmitteilungen verkaufte der Circle-CEO am Montag Class-A-Aktien im Gesamtwert von rund 5,2 Millionen US-Dollar. Die Verkäufe erfolgten im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans nach der US-Regel 10b5-1. Allaire hält weiterhin direkt 277.560 Class-A-Aktien sowie mehr als 15 Millionen Class-B-Aktien.

Klarheit über die jüngste operative Ertragskraft erhalten Anleger Anfang nächsten Monats. Circle gab bekannt, die vollständigen Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 4. November zu veröffentlichen.

Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 701 Millionen US-Dollar einen Nettogewinn von 48 Millionen US-Dollar erzielt. Die Einnahmen speisten sich dabei zu rund 95 Prozent aus Reservezinserträgen auf die hinterlegten Deckungsmittel.

Getrennte Meinungen bei den Analysten

An der Börse legten die Papiere des Emittenten heute spürbar zu. Die Aktie stieg um 7,5 Prozent auf 77,50 Euro. Am Markt stoßen die Wachstumspläne und das Zinsumfeld jedoch auf ein geteiltes Echo unter den Experten.

Die Analysten von Mizuho senkten ihre Einstufung auf Underperform mit einem Kursziel von 50 US-Dollar. Sie verwiesen auf wachsende Konkurrenz durch alternative Stablecoin-Modelle, die Reserveerträge direkter weitergeben.

Zuversichtlicher blickt dagegen das Analysehaus Tiger Securities in die Zukunft. Dessen Experten bekräftigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 115 US-Dollar und setzen auf eine steigende Nutzung der Circle-Zahlungsnetze im institutionellen Handel.

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