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Circle Aktie: Neue Blockchain startet

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Circle bringt Arc als Zahlungs-Blockchain an den Start, während prominente Finanzpartner einsteigen und US-Regeln für Stablecoins offenbleiben.

Circle startet Arc: Neue Blockchain mit starken Finanzpartnern
Abstraktes, leuchtendes digitales Netzwerk aus miteinander verbundenen Knoten als Symbol für Blockchain-Technologie. Illustration mit AI erstellt.

Circle hat sein bislang größtes Infrastrukturprojekt live geschaltet: Arc, eine eigene Layer-1-Blockchain für Zahlungen, Handel und automatisierte Wirtschaftsaktivität von KI-Agenten. Firmenchef Jeremy Allaire nennt es den bedeutendsten Schritt seit der Einführung von USDC selbst — ein Satz, der bei einem Unternehmen, dessen gesamtes Geschäft auf dem Stablecoin ruht, Gewicht hat.

Schwergewichte als Netzwerkbetreiber

Das Besondere an Arc ist nicht die Technik allein, sondern wer sie betreibt. BlackRock, die Depository Trust & Clearing Corporation, ICE, Mastercard, Visa und mehr als hundert weitere Institutionen sind als Validatoren oder Ökosystem-Partner am Start beteiligt. Banken wie BNY, HSBC, Societe Generale und State Street erhalten Zugang, dazu Handelsplätze wie Binance, Kraken und Bybit, während Coinbase folgen soll.

USDC dient als Gas-Token des Netzwerks — mit rund 74 Milliarden Dollar im Umlauf bringt Circle also seinen eigenen Stablecoin direkt in die Infrastruktur ein. Nach Unternehmensangaben entfallen 98,8 Prozent des Transaktionsvolumens von KI-Agenten bereits auf USDC.

Ergänzend hat Circle einen eigenen Netzwerk-Token namens ARC geschaffen, mit einer Gesamtausgabe von 10 Milliarden Stück — Circle wird damit nach eigener Darstellung das erste börsennotierte Unternehmen, das einen Netzwerk-Token für eine neue Layer-1-Blockchain prägt.

Der öffentliche Start von ARC selbst ist damit aber noch nicht festgelegt; die Prägung sei lediglich ein technischer Zwischenschritt auf dem Weg zu einem möglichen Wechsel von Proof of Authority zu Proof of Stake im Jahr 2027.

Regulatorischer Gegenwind aus Washington

Der Netzwerkstart fällt in eine Phase politischer Unsicherheit. Der Clarity Act, das zentrale US-Gesetzesvorhaben zur Regulierung von Kryptomärkten, scheiterte am Dienstag an einer prozeduralen Abstimmung im Senat — 49 zu 50 Stimmen, zehn Stimmen fehlten zur nötigen Mehrheit. Analysten bewerten das Gesetz zwar nicht als endgültig gescheitert, sprechen aber von einem "extrem schmalen" Zeitfenster für eine Verabschiedung noch in diesem Jahr.

Die Folge: Der Fokus verschiebt sich auf SEC und CFTC, die eigene Regeln für die Kryptobranche entwickeln wollen. Solche Verwaltungsregeln gelten als weniger dauerhaft als ein Gesetz, da sie von künftigen Administrationen leichter geändert werden können. Kursrückgänge bei Circle und Coinbase im Zuge der gescheiterten Abstimmung werden von Marktbeobachtern mit anhaltender Unsicherheit rund um die Verzinsung von Stablecoins erklärt.

Für Circle bedeutet das: Der Arc-Start liefert ein handfestes Wachstumssignal mit prominenten Partnern, während die regulatorische Zukunft von Stablecoins in den USA weiterhin von Senat, SEC und CFTC verhandelt wird statt von einem klaren Gesetzestext.

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